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Vom Lokführer, der die Liebe suchte

 
Jeden Tag fährt Zugführer Nurlan (Predrag „Miki“ Manojlovic) mit seinem Zug durch einen dicht besiedelten Vorort von Bakus, in dem die Schienen so dicht an die Häuser grenzen, dass Nurlan quasi durch die Vorzimmer und Gärten der Bewohner fährt. Sobald sich der Zug nähert, bläst der kleine Waisenjunge Aziz in eine Pfeife und die Bewohner des Vorortes bringen sich und ihre Habseligkeiten schnell in Sicherheit. Doch das gelingt nicht immer. Ausgerechnet an seinem letzten Arbeitstag vor seiner Pensionierung findet der allein schon durch seinen Beruf zum chronischen Einzelgänger gewordene Nurlan einen traumhaft schönen, blauen Spitzen-BH, der an seiner Lok klebt. Er nimmt ihn mit in sein einsames Häuschen, bevor er sich dazu entschließt in der großen Stadt nach der Besitzerin zu suchen. Ganz ohne Worte hat der deutsche Filmregisseur Veit Helmer, der auf die Berglandschaft Aserbaidschans spezialisiert zu sein scheint, einen atmosphärischen und zugleich humorvollen Film über das Leben und die Liebe gedreht. „Vom Lokführer, der die Liebe suchte …“ ist ein mit viel Feingefühl und Phantasie inszenierter Stummfilm mit Musik von morbider Eleganz. Und in den Ecken der Leinwand fehlt das Licht wie einst bei den frühen Stummfilmen. 
 
Kinostart: 07.03.