Theater, Comedy, Show Comedy und Kabarett
„Worte, die ausstrahlen“
Baden-Württembergische Poetry-Slam-Meisterschaften
Zum zweiten Mal werden am Pfingstwochenende die baden-württembergischen Poetry-Slam-Meisterschaften in Karlsruhe ausgetragen, durchgeführt vom Kohi im Club Stadtmitte, in der Badischen Landesbibliothek und im Kulturzentrum Tollhaus. Erwartet werden zu den von Bob Reinert, Moritz Konrad, Laura Gommel und Julie Kerdellant moderierten vier Wettbewerben rund 2000 Besucherinnen und Besucher, die darüber mitbestimmen, wer von den besten Poetry-Slam-Artists Baden-Württembergs im kommenden September in Hannover bei den nationalen Meisterschaften antreten dürfen. Klappe Auf unterhielt sich mit Kohi-Vorstand Thilo Franz über das Festival für moderne Dichtkunst, Spoken-Word-Kultur, Performance und Bühnenenergie.
Man muss nicht lange raten wie lange das KOHI schon den Poetry Slam veranstaltet. Zuletzt ging Ende März Ausgabe #212 im Tollhaus über die Bühne. Erinnerst Du Dich noch an die erste Ausgabe und wie kam es dazu?
Thilo Franz: Das war die erste Veranstaltung, die wir im Kohi am 22. Juni 2007 veranstaltet haben. Wir hatten damals das Kohi ja als leeres Ladengeschäft übernommen, und da kam es recht, dass man für einen Poetry Slam nur eine sehr überschaubare Technik braucht. Alles andere hätte damals viel mehr Organisation bedurft.
Was macht für Dich die nachhaltige Attraktivität dieser Veranstaltungsform aus?
Franz: Nun, als wir damals angefangen haben, war das ja noch Underground. Die Popularität ist erst mit den Jahre gewachsen, aber bei jeder Veranstaltung registrieren wir auch heute noch jedesmal Menschen, die zum ersten Mal einen Poetry Slam besuchen. Auf der Bühne gibt es kontinuierlich neue Personen und neue Themen, die vorgetragen werden. Auch das Zeitlimit spielt eine große Rolle, und dass das Publikum den Verlauf des Abends mitbestimmt und am Schluss entscheidet, wer als Gewinnerin oder Gewinner nach Hause geht.
Es gibt ja auch Song Slams und Science Slams. Wieso sind dies Formate weniger attraktiv beziehungsweise nicht so resilient?
Franz: Der Poetry Slam hat seine Wurzeln in der Literaturszene und entwickelte sich aus den offenen Bühnen mit Regeln, die weltweit angewendet werden. Die anderen Formen sind Ableitungen, aber nur der Poetry Slam ist eben authentisch in der Literaturszene zu Hause.
Nun steht im Mai die baden-württembergische Meisterschaft in Karlsruhe an. Welche Bedeutung haben die Landesmeisterschaften, außer dass ein gewonnener Titel für die SlammerInnen so etwas wie eine Visitenkarte darstellt?
Franz: Wir freuen uns die Meisterschaft zum zweiten Mal nach 2014 austragen zu dürfen. Dabei
geht es vor allem um die VertreterInnen aus dem Land, die bei den nationalen Meisterschaften antreten dürfen.
Poetry Slam ist ja häufig der Karrierestart für Comedians, die später große Hallen füllen. Wer fällt Dir ein, von den im Kohi aufgetretenen, die dann später "berühmt" wurden?
Franz: Hazel Brugger, Till Reiners, Sophie Passmann - die war glaube ich 17 Mal bei uns -, Lumpenpack oder Friedemann Weise fallen mir da spontan ein. Im kommenden Jahr, wenn das Kohi das 20-jährige feiert, wird es eine Webseite geben, wo sämtliche TeilnehmerInnen aufgelistet werden sollen.
Poetry Slam ist ja erstmal eine weitgehend brotlose Kunst, weil es ja keine Gagen, sondern allenfalls Aufwandsbestätigungen gibt. Was sind das Deiner Beobachtung nach für Menschen, die es zum Poetry Slam auf die Bühne drängt?
Franz: Tatsächlich verdienen sich manche ein gutes Zubrot. Wenn Du bekannt bist, kannst Du bei großen Slams auch schon 500 Euro verdienen. Die Beweggründe können sehr unterschiedlich sein. Manche wollen ihre Texte an die Menschen bringen, andere üben sich in der Sicherheit des Vortrags, wieder andere verknüpfen damit den Berufswunsch. Till Reiners war schon bei seinen ersten Auftritten bei uns sehr zielstrebig. Er wollte unbedingt als Comedian erfolgreich werden.
Wie beurteilst Du die Poetry-Slam-Szene in Karlsruhe?
Franz: Ich finde sie sehr interessant. Es gibt ständig neue Talente, die meist durch die Hochschulen kommen. Wir legen großen Wert darauf, immer wieder auch Nachwuchs auftreten zu lassen. Zum Ausprobieren eignen sich unsere fast monatlich stattfindenden Open-Mike-Abende, die für alle möglichen Formate offen sind. Da gibt es noch keinen Wettbewerb und keine Bewertung, aber ein ähnlich großes Publikum wie bei den Slams. Aktuell sind Adrian Mulas und Natalie Friedrich große Talente aus der Region, die man sich merken sollte.
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Fr 22. Mai, jeweils 20 Uhr
zwei parallel stattfindende Halbfinals Die Stadtmitte, Baumeisterstraße 3, und Kulturzentrum Tollhaus, Alter Schlachthof 35
Sa 23. Mai 2026, U20-Finale 16 Uhr, Badische Landesbibliothek, Erbprinzenstr.15; großes Finale, 20 Uhr Tollhaus
TICKETS: tickets.kohi.de
INFOS: bwslam26.kohi.de
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Bild: Thilo Franz - ©Kirsten Bohlig
Man muss nicht lange raten wie lange das KOHI schon den Poetry Slam veranstaltet. Zuletzt ging Ende März Ausgabe #212 im Tollhaus über die Bühne. Erinnerst Du Dich noch an die erste Ausgabe und wie kam es dazu?
Thilo Franz: Das war die erste Veranstaltung, die wir im Kohi am 22. Juni 2007 veranstaltet haben. Wir hatten damals das Kohi ja als leeres Ladengeschäft übernommen, und da kam es recht, dass man für einen Poetry Slam nur eine sehr überschaubare Technik braucht. Alles andere hätte damals viel mehr Organisation bedurft.
Was macht für Dich die nachhaltige Attraktivität dieser Veranstaltungsform aus?
Franz: Nun, als wir damals angefangen haben, war das ja noch Underground. Die Popularität ist erst mit den Jahre gewachsen, aber bei jeder Veranstaltung registrieren wir auch heute noch jedesmal Menschen, die zum ersten Mal einen Poetry Slam besuchen. Auf der Bühne gibt es kontinuierlich neue Personen und neue Themen, die vorgetragen werden. Auch das Zeitlimit spielt eine große Rolle, und dass das Publikum den Verlauf des Abends mitbestimmt und am Schluss entscheidet, wer als Gewinnerin oder Gewinner nach Hause geht.
Es gibt ja auch Song Slams und Science Slams. Wieso sind dies Formate weniger attraktiv beziehungsweise nicht so resilient?
Franz: Der Poetry Slam hat seine Wurzeln in der Literaturszene und entwickelte sich aus den offenen Bühnen mit Regeln, die weltweit angewendet werden. Die anderen Formen sind Ableitungen, aber nur der Poetry Slam ist eben authentisch in der Literaturszene zu Hause.
Nun steht im Mai die baden-württembergische Meisterschaft in Karlsruhe an. Welche Bedeutung haben die Landesmeisterschaften, außer dass ein gewonnener Titel für die SlammerInnen so etwas wie eine Visitenkarte darstellt?
Franz: Wir freuen uns die Meisterschaft zum zweiten Mal nach 2014 austragen zu dürfen. Dabei
geht es vor allem um die VertreterInnen aus dem Land, die bei den nationalen Meisterschaften antreten dürfen.
Poetry Slam ist ja häufig der Karrierestart für Comedians, die später große Hallen füllen. Wer fällt Dir ein, von den im Kohi aufgetretenen, die dann später "berühmt" wurden?
Franz: Hazel Brugger, Till Reiners, Sophie Passmann - die war glaube ich 17 Mal bei uns -, Lumpenpack oder Friedemann Weise fallen mir da spontan ein. Im kommenden Jahr, wenn das Kohi das 20-jährige feiert, wird es eine Webseite geben, wo sämtliche TeilnehmerInnen aufgelistet werden sollen.
Poetry Slam ist ja erstmal eine weitgehend brotlose Kunst, weil es ja keine Gagen, sondern allenfalls Aufwandsbestätigungen gibt. Was sind das Deiner Beobachtung nach für Menschen, die es zum Poetry Slam auf die Bühne drängt?
Franz: Tatsächlich verdienen sich manche ein gutes Zubrot. Wenn Du bekannt bist, kannst Du bei großen Slams auch schon 500 Euro verdienen. Die Beweggründe können sehr unterschiedlich sein. Manche wollen ihre Texte an die Menschen bringen, andere üben sich in der Sicherheit des Vortrags, wieder andere verknüpfen damit den Berufswunsch. Till Reiners war schon bei seinen ersten Auftritten bei uns sehr zielstrebig. Er wollte unbedingt als Comedian erfolgreich werden.
Wie beurteilst Du die Poetry-Slam-Szene in Karlsruhe?
Franz: Ich finde sie sehr interessant. Es gibt ständig neue Talente, die meist durch die Hochschulen kommen. Wir legen großen Wert darauf, immer wieder auch Nachwuchs auftreten zu lassen. Zum Ausprobieren eignen sich unsere fast monatlich stattfindenden Open-Mike-Abende, die für alle möglichen Formate offen sind. Da gibt es noch keinen Wettbewerb und keine Bewertung, aber ein ähnlich großes Publikum wie bei den Slams. Aktuell sind Adrian Mulas und Natalie Friedrich große Talente aus der Region, die man sich merken sollte.
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Fr 22. Mai, jeweils 20 Uhr
zwei parallel stattfindende Halbfinals Die Stadtmitte, Baumeisterstraße 3, und Kulturzentrum Tollhaus, Alter Schlachthof 35
Sa 23. Mai 2026, U20-Finale 16 Uhr, Badische Landesbibliothek, Erbprinzenstr.15; großes Finale, 20 Uhr Tollhaus
TICKETS: tickets.kohi.de
INFOS: bwslam26.kohi.de
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Bild: Thilo Franz - ©Kirsten Bohlig




