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No Sugar No Cream

CD "Promises“ - ein kleines Meisterwerk

Bild - No Sugar No Cream
Ende April sollte die neue CD "Promises“ auf einem Konzert präsentiert werden - doch Corona war dagegen. Vorstellen möchten wir das gelungene Album allerdings schon, damit man sich wieder auf was freuen kann.
Ein erster Song ist bereits auf YouTube veröffentlicht. Infos, wann und wie das Album erscheint, soll es aktuell auf der Bandhomepage geben:
nosugarnocream.de

Klappe auf präsentiert:

Ein paar hingeschrubbte Akustikakkorde, ein Porträt, ein Tisch, ein Messer und Flammen, deren Züngeln sich in den Augen des Protagonisten spiegelt. Nach einer Minute beginnen E-Gitarren in bester Südstaatenrocker-Manier einzufallen - druckvoll und melodiös, kurz vor der Climax getoppt vom Tremolo der Mandoline. Kein Zweifel, hier brennt’s, da lodern die Gefühle, mit kühler Schärfe schneidet sich die angenölte Stimme ihren Weg.
"Promises“ sei ihr bislang persönlichstes Album, so Singer/Songwriter Pete Jay Funk über das neue Werk von No Sugar No Cream.

Seit 2015 veröffentlicht die Karlsruher Band in schöner Regelmäßigkeit Platten, die den Stempel „Americana aus dem deutschen Südwesten“ tragen. Waren die vorangegangenen Alben schon überzeugende Werke der gemeinsamen Leidenschaft für Bob Dylan, Neil Young und Co., so ist das neue Werk, das durchgängig von einer Mischung aus Melancholie und beharrendem Trotz getragen ist, ein kleines Meisterwerk geworden.

Dies sei nicht zuletzt das Verdienst ihres Produzenten Rolf Ableiter, so Bassist AJ Jüttner, der ebenso das elastisch groovende Fundament wie auch die organisatorischen Zügel der Band in seinen Händen hält. Ableiter, der mit dem Leonard-Cohen-Tribute „Field Commander C.“ eines der erfolgreichsten Karlsruher Bandprojekte der jüngsten Jahre initiierte, hat Funk, Jüttner, Geigerin und Mandolinenspielerin Heike Wendelin, Schlagzeuger Frank Schäffner und Gitarrero Oli Grauer auf die Spur geführt.

Auch wenn Frontmann Funk erklärtermaßen gefühlsmäßig bisweilen schwer „off the track“ sein mag, musikalisch ist die Band voll auf dem Gleis. „Lasst doch mal dies weg“ oder „konzentriert Euch doch mal darauf“ vermittelte Ableiter seinen Schützlingen und griff bereits im Proberaum behutsam in die geprobten Arrangements ein. Dadurch schuf er Platz für das Wesentliche und setzte mit Patrick Damiani als Tontechniker die rechten Schlaglichter, die die aktuellen Songs aufgeräumt wirken und geradezu erstrahlen lassen. So wie beim düsterfolkigen „Good enough for now“, wo die Band die zweite Hälfte des Sechsminüters rein instrumental vier Akkorde sich selbst ausladend repetiert, dass es einem schier die Kehle zuschnürt.

Auch wenn Pete Jay, der sich auf den vorangegangenen eher als Geschichtenerzähler gefiel, diesmal als Songschreiber gewiss nicht von guter Laune beflügelt scheint, so ist „Promises“ doch alles andere als eine Heulsusen-Platte geworden, dafür ist seine Kapelle viel zu vital und eben bestens in Szene gesetzt. -jf

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