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Archiv: 03.2026
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TanzAreal & Friends

Bild - TanzAreal & Friends
Seit 2023 gibt es im Kulturzentrum Tempel das TanzAreal als eigenen Raum für die freie Tanzszene in Karlsruhe. Im März kommen populäre Tanzkünstlerinnen und -künstler vom Badischen Staatsballett, der Stuttgarter Compagnie Gauthier Dance und freie Tänzerinnen aus Karlsruhe im Tollhaus zusammen, um den Fortbestand des Zentrums zu sichern. Klappe Auf unterhielt dich mit Tänzer und Choreograph Dominik Hoess über den Tanz in Karlsruhe.

Warum braucht das TanzAreal eigentlich eine Benefiz Gala?
Dominik Hoess: Wir haben uns 2023 mit Ach und Krach gegründet, und hatten das Glück beim Tempel einziehen zu können. Unser Raum ist wunderschön, aber es bräuchte dringend Mittel, um eine Menge Dinge renovieren zu können. Wir sind alle rein ehrenamtlich tätig und unsere institutionelle Forderung reicht lediglich für einen Teil der Mietkosten.

Was ist das TanzAreal und was genau passiert da?
Wir haben drei Säulen. Erstens das Training. Wir finden es für die hiesige Tanzszene wichtig, dass es hier professionelle Trainingsmöglichkeiten gibt. Die zweite Säule ist die Weiterbildung, die wir mit Workshops von externen DozentInnen anbieten, um über den eigenen Tellerrand schauen zu können. Und schließlich braucht es dringend auch einen geeigneten Ort, an dem Tanzproduktionen aus Karlsruhe entstehen können.

Es gibt ja aber auch nicht wenige Tanz- und Ballettstudios von den klassischen Schulen über XTraDance bis hin zur Tanztribüne ...?
Hoess: Tanz kann sehr viel Sachen sein. Und er hat sich sehr ausdifferenziert, ebenso wie die Erwartungen, die die Tanzenden haben. Für viele überwiegt der sportliche Aspekt, das fit Bleiben, oder die Möglichkeit, sich auszudrücken. Wir hingegen beschäftigen uns in erster Linie mit den künstlerischen Aspekten des Tanzes, das wird in der freien Szene hier sonst nicht bearbeitet und da sehen wir eine große Lücke.

Wie beurteilst Du gegenwärtig die freie Tanzszene in Karlsruhe?
Hoess: Es gibt hier schon einige Menschen, die regelmäßig professionell trainieren, aber es gibt leider sehr wenige organisierte Compagnien in Karlsruhe. Dies liegt zum einen an einer sehr, sehr geringen kommunalen Projektförderung, die man erhalten kann. Und ohne eine städtische Förderung ist es sehr schwer, sich erfolgreich um Landesmittel zu bewerben. Ein langfristiges Problem ist aber vor allem, dass es hier anders als in Mannheim, Stuttgart oder Freiburg keine Ausbildungsstelle für professionelle darstellende Künste gibt. Das wäre für die Entwicklung einer richtigen Szene von größter Bedeutung. Immerhin gibt es aktuell auch Tänzer wie Louiz Rodriguez und Paul Calderone, die im Staatsballett unter Bridget Breiner getanzt haben und nun beschlossen, von Karlsruhe aus weiterhin freiberuflich tätig zu sein. Das ist schon einmal ein gutes Zeichen.


Bild: ©Bernd Hentschel

Tollhaus

Alter Schlachthof 35

76131 Karlsruhe

0721 / 964050

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