Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 05.2007
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Little Children

Bild - Little Children
Kate Winslet zeigt in der Rolle der unbefriedigten Hausfrau Sarah Pierce einmal mehr, dass sie eine Schwäche für Figuren hat, die nicht gefällig sind, die nicht um die Sympathie des Zuschauers buhlen. Sarah Pierce ist zusammen mit ihrem vielbeschäftigen Ehemann in einer typischen amerikanischen Vorstadt gelandet. Tagein, tagaus geht sie mit ihrer Tochter auf den Spielplatz, wo sie sich mit anderen Müttern trifft. Mit mäßigem Interesse beteiligt sie sich an dem Alltagsgeschwätz. Doch eines Tages gibt es wirklich eine interessante Neuigkeit. Ein vorbestrafter Päderast soll in der Nachbarschaft einziehen, bei seiner alten Mutter. Die Damen sind schockiert. Sarahs Interesse gilt aber mehr dem jungen Mann, der ebenfalls täglich mit seinem kleinen Sohn auf dem Spielplatz erscheint. Ein Hausmann ist eine ausgesprochen seltene Erscheinung in diesen Breiten und zudem sieht er auch noch gut aus, braungebrannt, muskulös. Eine von Sarahs Banknachbarinnen wettet mit ihr, dass sie sich nicht trauen wird, den fremden Mann anzusprechen. Sarah traut sich aber doch. Es ist der Beginn einer heftigen, mehr oder minder heimlichen Liebesbeziehung. Die Kinder erweisen sich als ein unverdächtiger Vorwand sich täglich zu treffen. Für Sarah ist diese Beziehung eine willkommene Flucht aus ihrer festgefahrenen Ehe. Und nachdem sie ihren Mann auch noch dabei ertappt hat, wie er sich angesichts einer Porno-Webseite sexuelle Befriedigung verschafft, macht sie es auch ohne schlechtes Gewissen. Aber was treibt Brad zu seinem Tun an´ Seine Frau Kathy (Jennifer Connelly), eine erfolgreiche Dokumentarfilmerin, sieht hinreißend aus, das findet sogar Sarah: Es mischen noch zwei weitere Personen mit in diesem Vorstadt-Reigen: Der scheinbare Biedermann Larry Hedges (Noah Emmerich), der eine Art Bürgerwehr leitet, und der vorbestrafte Kinderschänder Ronnie J. McGorvey (Jackie Earle Haley). Erst später wird deutlich, dass die Verbissenheit, mit der Larry hinter Ronnie her ist, nicht zuletzt ein Ausdruck seines eigenen schlechten Gewissens und seines Lebensversagens ist. Als Polizist hat er vor Jahren irrtümlich einen Jugendlichen erschossen und mußte danach den Dienst quittieren. Ronnie wiederum ist sich durchaus nicht sicher, ob er den Ermahnungen seiner Mutter, ein guter Junge zu sein, Folgen leisten kann. Am Ende kreuzen sich die Wege der Hauptfiguren auf fatale Weise. Kate Winslet erhielt für ihre Rolle, in der sie auch wiedermal ziemlich viel Haut zeigt, eine Oscar-Nominierung. Und Todd Field zeigt mit seinem ungewöhnlichen Sittengemälde wie mit seinem Kinodebüt „In the Bedroom“, dass er nicht im Hollywood-Mainstream mitschwimmen will.
Das beweist auch seine freizügige Darstellung der Sexualität, aber damit hatte Kate Winslet im Gegensatz zu vielen US-Kolleginnen auch nie ihre Probleme.

Kinostart: 26.4.