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Archiv: 05.2007
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Hard Beams II

Film- und Medienkunstfestival

Bild - Hard Beams II
Karlsruhe, eine Filmstadt´ Immer wieder geistert diese Wunschvorstellung durch die Köpfe, Konzepte und Kulturfrühstücke. Hochtrabende Masterpläne, Filminstitute und Megaprojekte scheitern, die anspruchsvollste Spielstätte indessen fristet weiterhin ihr Lichtspielkellerdasein, doch im Untergrund nistet das Karlsruhe Filmschaffen durchaus ein beachtliches Dasein.

Kaum sind die Independend Days vorbei lockt mit “Hard Beams II” das nächste Film- und Medienkunstfestival. Weil es viel spannender ist, mit seiner Arbeit an die Öffentlichkeit zu gehen, als sie im hochschulinternen Studio einer Handvoll Kommilitonen vorzustellen, veranstaltet die Filmklasse der Karlsruher Hochschule für Gestaltung (HfG) vom 4. bis 6. Mai dieses kleine Festival im ehemaligen Autohaus Zschernitz (Durlacher Allee 66).
Das erste „Hard Beams“-Festival war im abbruchreifen Kino Kamera über die Bühne gegangen. Das Programm von Hard Beams II ist repräsentativ für das Spektrum filmischer Gestaltung, das an der HfG gelehrt wird, kurze und lange Spielfilme, Experimental- und Dokumentarfilme. Ein Großteil befindet sich auch auf der DVD, die zum Abschluss der Professur von Didi Danquart erscheinen soll. Danquart immerhin hat Karlsruhe etwas mehr zur Filmstadt werden lassen. Nicht nur hat er in den vergangenen sechs Jahren an der Karlsruher Hochschule eine ganze Reihe von Studierenden auf ihrem Weg zum Filmemacher begleitet und erfolgreich gefördert, auch weiterhin will der Autor, Regisseur und Produzent mit seiner Firma Noirfilm in der Fächerstadt bleiben.
Bernd Schoch, einer seiner Studenten, der im beginnenden Semester das Diplom ablegen will, fungiert als Leiter des Festivals. Er ist überrascht von der großen Ernsthaftigkeit der Mehrzahl der in den vergangenen drei Jahre in Karlsruhe produzierten Filme. So etwa Nils Menrads sehenswerte filmische Begegnung “Acht Orte” mit Menschen in Afghanistan und deren Wirklichkeit nach mehr als zwei Jahrzehnten Chaos und Zerstörung oder der essayistische Dokumentarfilm “Moving Rocks 02” von Martin Lorenz und Simon Quack. Ein Film, der jeden betrifft, mit seinem zentralen Thema des menschlichen Zwangs zur Sinnsuche unangenehme Dinge berührt und darüber zu einer genialen Bildsprache findet, wie Bernd Schoch die Studienkollegen lobt. Der Festivalleiter selbst ist mit drei Beiträgen vertreten, unter anderem mit „onset / offset“ und dem mit einem Förderpreis bei der Duisburger Filmwoche ausgezeichneten “Slide Guitar Ride” über Bob Log III, die stets im azurblauen eng anliegendem Wrestlinganzug auftretende kauzige One Man Band aus Tucson, Arizona.

Weil man Musik am besten nicht nur von der Leinwand genießt, gibt es am Freitag- und Samstagabend noch leibhaftige Konzerte mit anschließender Party. So spielt am Fr 4. ab 23 Uhr das Stuttgarter Duo Malmzeit, das als "eine Mischung aus Bay-Area-Thrash und nordischem Death Metal" angekündigt Metal-Klischees ad absurdum führt.
Am Sa 5. wird um 22 Uhr das Chris Cacavas Orchestra auflaufen. Wenn es bisher auch noch nicht gelang seine legendäre Band Green On Red in die Karlsruher Wahlheimat des 1961 in Tucson, Arizona geborenen Sängers, Gitarristen, Keyboarder und Songschreibers zu verpflichten, so darf man sich wenigstens auf neues Songmaterial des Meisters freuen, das in der kompakten Trioformation „Lauter, schneller und härter“ als jemals zuvor klinge, so Cacavas mit leichtem Augenzwinkern. ko/jf

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