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Archiv: 04.2007
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„Fang den Mörder“ - Interaktives Krimiraten

Bild - „Fang den Mörder“ - Interaktives Krimiraten
Georg Uecker ist einer der großen Comedians, Schauspieler und Producer unserer Fernseh- und Bühnenlandschaft. Als „Carsten Flöter“ in der „Lindenstraße“ war er der erste schwule TV-Held in Deutschlands Medienwelt und außerdem noch Miterfinder der „Schillerstraße“. Bei einem gemütlichen Plausch mit unserem Mitarbeiter Chris Marmann sprach Uecker über Krimis und andere Leidenschaften.

Herr Uecker, wie kam es zu Ihrer Krimileidenschaft´

Uecker: Es war ein langer Sommerurlaub bei meiner Tante in Norwegen, damals als ich so 12 Jahre alt war. Sie hatte die gesammelten Agatha Christie-Bücher im Regal stehen. Ich weiß noch genau wie diese Bände aussahen. Diese Bücher haben mich entscheidend geprägt, ich habe sie verschlungen. Die Verfilmungen mit den Starensembles waren auch toll.

Wann und wie entstand die „Fang den Mörder!“-Idee´ Interaktives Krimiraten anzubieten wirkt so vertraut, so wie ein Cluedo-Abend mit der ganzen Familie. Gab es nicht in den 60er und 80er Jahren ähnliche Fernsehshows´

Uecker: Richtig. Jürgen Roland hatte in den 60er Jahren eine Show namens „Dem Täter auf der Spur“, in den 80er Jahren und auch in jüngerer Zeit gab es immer wieder ähnliche Konzepte. Unsere Grundidee stammt von den Autoren Martin Armknecht (ex-Lindenstraße) und Frank Lustig, die vor etwa 5 Jahren auf mich zu kamen. Es galt, das Konzept in eine bühnenreife Form zu bringen, als eine Art Comedy- oder Improshow im Krimi-Kontext. Im November 2001 war schließlich die erste Vorstellung von „Fang den Mörder!“ – mittlerweile wurde sogar schon ein TV-Pilot mit Gaststars wie Ingo Appelt in Köln aufgezeichnet.

Es gibt ja zahlreiche thematische Varianten bei „Fang den Mörder!“, die natürlich nur einmal pro Stadt aufgeführt werden können. Was erwartet denn die Karlsruher Zuschauer nach der formidablen Erstaufführung letzten Oktober im Jubez nun in der Badnerlandhalle an neuen Stücken´ Können Sie schon Details verraten´

Uecker: Wie bei jedem Auftritt führe ich durch das Programm und mache die Anmoderation. Es werden 2 Stücke präsentiert, in der Pause nach dem 1. Stück werden die Stimmkarten eingesammelt und ich unterhalte mich mit dem Publikum über Lösungen, Theorien und allerlei Ideen zum Stück. Dann folgt das zweite Stück und zum Schluss die Verleihung der „Goldenen Tappert“ an die Sieger.
Die beiden Themen für Karlsruhe stehen auch schon fest. Zum einen spielen wir „Theophanu“ von Autor Thomas Unganz, darin geht es um eine byzantinische Prinzessin und Witwe des deutschen Kaisers Otto II., dessen überraschendes Dahinscheiden jetzt geklärt werden muss. Zum anderen spielen wir „Tod in St. Moritz“ von Autor Sascha Korf, das im berühmten Nobel-Skiort spielt und sich rund um allerlei Intrigen des ansässigen Jet Sets dreht. Wie immer wird die richtige Atmosphäre mit einem Geräuschemacher und Pianisten aufgebaut, dazu gesellen sich Synchronsprecher oder bekannte Schauspieler, unterstützt von lokalen Unterhaltungsgrößen – in Karlsruhe ist natürlich der tolle Gunzi Heil wieder mit von der Partie. Die allerneuesten Infos gibt es unter: www.fangdenmoerder.de.

Anderes Thema: Wie sehen Sie persönlich die rasante Entwicklung schwuler / lesbischer Serienthemen, die durch US-Serien wie „Sex & The City“, „Six Feet Under“, „Queer As Folk“ und „The L-Word“ quasi vom Tabu zum Kult erhoben wurde´ Schauen Sie diese Serien an´

Uecker: Wenn es meine Zeit erlaubt, dann schaue ich mir das an. Ich habe mir auch viele Teile aus den USA kommen lassen und so schon im Vorfeld viel gesehen. „Queer As Folk“ finde ich mutig und gut, obwohl mir die ursprünglich britische Variante besser gefallen hat. Diese Sehnsucht die da vermittelt wird ist sehr schön umgesetzt. Ich finde auch, dass die US-Abosender HBO und Showtime viel für die Fernsehlandschaft getan haben, das wird immer übersehen. Diese Serien laufen ja bei uns meist auf Pro 7, in den USA eben im Bezahlfernsehen, das hat doch einiges bewegt und verändert. Ansonsten lasse ich mir auch gern einmal komplette Serienstaffeln auf DVD schenken und schaue sie dann in Ruhe an.

Bleibt bei all Ihren Tätigkeiten und TV-Auftritten, wie jüngst bei „Das perfekte Promi Dinner“, noch Zeit für einen guten Krimi – wenn ja, welcher liegt aktuell neben Ihrem Kopfkissen´

Uecker: Tja, tatsächlich liegt da kein Krimi, aber es sollen ja ein paar bisher unbekannte Manuskripte von Agatha Christie gefunden worden sein. So oder so pflege ich in meiner wenigen Freizeit meinen Freundeskreis und gehe oft ins Theater. Zeit zu planen und Nischen der Ruhe zu finden ist extrem wichtig. Mit „Fang den Mörder!“ stehen ständig größere und kleinere Touren an, da muss ich durchatmen können. Ich sehe mich nämlich als „Unterhaltungsfacharbeiter“ – ich suche mir das Beste aus, lade immer wieder meine Batterie auf, halte inne, hinterfrage und behalte stets die Kontrolle.


> Sa. 21.4.um 20 Uhr, Kriminacht zum Mitraten mit Georg Uecker und Gästen u.a. Gunzi Heil, Badnerlandhalle Karlsruhe-Neureut - www.jubez.de

verlosung: wir verlosen 3 mal 2 Karten. Postkarte an Klappe auf, stichwort „ Kriminacht“, Kreuzstr. 3, 76133 Karlsruhe. Einsendeschluss: 5. April - Viel Glück!