Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 07.2021
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Verborgene Spuren

Bild - Verborgene Spuren
Hanns Ludwig Katz, 1892 in Karlsruhe geboren, wo er an der Kunstakademie sowie Architektur und Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule studierte, schuf Aquarelle, Lithografien und farbstrahlende expressionistisch-neusachliche Gemälde. Anna Klein studierte an der Malerinnenschule Karlsruhe, nahm 1914 an der Weltausstellung für Buchgewerbe und Grafik in Leipzig teil und führte in München eine private Zeichenschule. Leo Kahn, Absolvent und Meisterschüler der Kunstakademie Karlsruhe, übernahm 1927 die Ausmalung der Synagoge in Bruchsal und zeigte seine Arbeiten deutschlandweit in zahlreichen Ausstellungen.

Katz starb 1940 im Exil in Johannesburg. Klein wurde 1941 deportiert und im selben Jahr in Kaunas im von der Wehrmacht besetzten Litauen erschossen. Kahn starb 1983 in Ramat Gan in Israel. Drei von 24 Künstlerinnen, Künstlern, Fotografinnen und Architekten, deren Biografien und Wirken die Ausstellung „Verborgene Spuren Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900-1950“ würdigt und aus dem Vergessen holt. Die stadt- und kulturhistorisch bedeutsame Schau zeigt 200 Kunstwerke - Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Skulpturen, Fotografien - sowie Architekturpläne und historische Dokumente. Werke von Sonia Delaunay-Terk, dem Architekten Robert Curjel und dem Bildhauer Benno Elkan, von dem die großen Menorah vor der Knesset stammt, sind ebenso zu sehen wie jene der Fotografinnen Ellen Auerbach, Hilde Hubbuch, Liselotte Grschebina und Edith Moos. Basierend auf einem Stadtplan von 1927 bietet ein Medientisch zu den Themen „Kultur & Bildung“, „Handel & Gewerbe“, „Mäzene & Salons“ und „Jüdische Gemeinden“ facettenreich Einblick in die jüdische Stadtgeschichte Karlsruhes.

Der Rundgang beginnt vor einer Wand mit Namen, Lebensdaten und – soweit überliefert – Porträtaufnahmen jüdischer Persönlichkeiten aus Kultur, Gesellschaft und Politik, die stellvertretend für die gesamte jüdische Bevölkerung in Karlsruhe stehen. Da ihr Weg unausweichlich in die Emigration oder aber in die Vernichtungslager führte, sind an der gegenüberliegenden Wand Arbeiten auf Papier von Leo Haas und Gustav Wolf zu sehen. Als einzige unter den in der Ausstellung vertretenen Künstlern haben sie sich in ihrem Werk mit den nationalsozialistischen Verbrechen und dem Holocaust beschäftigt.

Städtische Galerie Karlsruhe, Lorenzstraße 27, Mi-Fr, 10:00-18:00 Uhr, Sa+So 11:00-18:00 Uhr, bis 12 September

Städtische Galerie Karlsruhe

Lorenzstr. 27

76135 Karlsruhe

0721 / 1334401

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