Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 09.2019
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Maß aller Dinge

Manchmal muss man selbst entscheiden, ob man Gesetze einhält oder nicht. Wenn es um das Große und Ganze geht, wenn man von seinen eigenen moralischen Vorstellungen überzeugt ist, dass diese das Maß aller Dinge sind, dann müssen einem kleinliche Vorschriften nicht kümmern.
Wer auf die -eigentlich sinnvolle - Schulpflicht hinweist, ist ein unmoralischer Ignorant, der den Friday-for-future-Demonstranten und -nnen die berechtigte Sorge um die Zukunft abspricht. Sie haben dafür das Recht für eine bessere Zukunft selbst in die Hand genommen. Wer will ihnen das vorwerfen?
Ein anderes Beispiel sind Fahrradfahrer und -innen. Diesen edlen Menschen, die aktiv durch ihre Art der Fortbewegung dem Klima Gutes tun, etwa vorzuwerfen, dass viele die Verkehrsvorschriften ignorieren, weil diese sie im Fortkommen ausbremsen, ist schlicht kleinlich und peinlich. Wenn – nur als Beispiel – Radfahrer und -innen im Dunkeln ohne Beleuchtung fahren, dann ist das ein lobenswerter Beitrag zur Reduzierung der Lichtverschmutzung - light pollution -, die in unseren Städten ein großes Problem ist.
Tja, da gibt es noch viele Beispiele, die aber letztendlich eines beweisen: Gesetze sollten immer nur als Diskussionsgrundlage angesehen werden, die einen aber nicht von der persönlichen Verantwortung entbinden. Nur was man für gut befindet, muss eingehalten werden. Natürlich mit einer wichtigen Ausnahme: am Reinheitsgebot für Bier darf nicht gerüttelt werden, denn da gibt es keine höhere, moralische Instanz, die das rechtfertigen könnte. Prost !