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Meine Braut, sein Vater und ich

Steh zu deinen Gefühlen > Zum fünften Mal hat Jürgen von Bülow am Karlsruher Jakobus-Theater als Regisseur ein Stück auf die Beine gestellt: „Meine Braut, sein Vater und ich“ ist eine französische Komödie, die in einem klassischen Setup - Junggeselle erbt eine Million, aber nur wenn er innerhalb eines Jahres heiratet - ein turbulentes Spiel mit Überraschungen entwickelt. Was reizt den Theatermann und Autor, der am Stuttgarter Staatstheater war und sich als Drehbuchschreiber für populäre Fernsehserien wie "Marienhof", "Jede Menge Leben“ oder „GZSZ" verdingte, daran, gerade mit Amateuren zu arbeiten? „Ich finde das Berührende spannend, das Amateure vielfach bei den Zuschauenden erreichen. Es gibt sicherlich auch viel schlechtes Amateurtheater, aber wenn die Inszenierung gut gemacht ist, treten die Spieler dem Publikum mit einer gewissen Demut und Unsicherheit gegenüber, was eine sehr viel größere Nähe erzeugt, als dies im Profitheater gewöhnlich wäre.“ In den höchsten Tönen preist der in Stuttgart lebende von Bülow die Leistung der Karlsruher Amateure. Über 100 Vorstellungen im Jahr stemmen die Theaterbegeisterten, die die intensive Probenarbeit und Aufführungen neben ihrem normalen Brotberuf unterbringen müssen. Grundsätzlich sei es in Deutschland eher schwierig, etwas Leichtes auf die Bühne zu bringen, man werde dafür nicht so gelobt, wie wenn man Ernstes und Gewichtiges inszeniere, so von Bülow. Doch sei gerade die Kombination von Komödie und Amateurtheater ideal, könne man hier doch die Besonderheiten der Spieler herausarbeiten und durch deren Verstärkung komisches Profil gewinnen. „Meine Braut, sein Vater und ich“ fällt in das Genre der Boulevardkömödie, die freilich durch ihren besonderen Dreh auch Tiefgang gewinnt. Da Frauenschwarm Henri nicht auf seine zahlreichen Affären verzichten möchte, greift er auf den Vorschlag einer Freundin zurück und heiratet „einfach einen Mann“, nämlich seinen besten Freund, den arbeitslosen Schauspieler Dodo, der schon wegen der finanziellen Vorteile kaum ablehnen kann. In der Folge entspinnt sich ein haarsträubendes Spiel um alle möglichen Klischees rund um die Männerehe, was für Lachtränen im Publikum sorgt, aber auch zum Nachdenken anregen kann. „Ich finde es richtig toll, dass Carsten Thein, der auch die Hauptrolle spielt, dieses Stück ausgesucht hat, denn letztlich geht es um einen ganz traurigen Hintergrund, nämlich dass es Menschen in der Gesellschaft gibt, die anders ticken und immer damit zu kämpfen haben, von ihrem Umfeld so akzeptiert zu werden“, sagt der Regisseur, „Die Kernaussage ist: Steh zu deinen Gefühlen und versuch nicht rumzulügen.“  
 
> 1., 8., 9., 13.,15., 17., 20., 24., 27., 29. und 30. März 2019, jeweils um 20:00 Uhr, Jakobus-Theater, Theaterhaus, Kaiserallee 11, Karlsruhe

Jakobustheater

>>Kaiserallee 11
76133 Karlsruhe
 
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