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Leidensdruck

 
In der Schweiz das Tempolimit einzuhalten, fällt nicht schwer. In Österreich die Rettungsgasse freihalten, ist fast selbstverständlich. Auf Beleidigungen von Polizisten oder anderen Beamten verzichtet man in Frankreich gerne. Warum ist das so? Nun, ein hochrangiger Experte in unserem Büro vermutet, dass dies mit den hohen Geldbußen zusammenhängen könnte. Das bedeutet aber schlicht, dass der tiefe Griff in den Geldbeutel um Längen wirkungsvoller ist, als das Appellieren an die Vernunft, wie es in Deutschland oft üblich ist. Um ja keinen potentiellen Wähler zu verprellen, werden hier entsprechende Geldbußen nur in homöopathischen Dosen verabreicht. Es ist immer wieder eine bittere Erkenntnis, dass erst ein hoher Leidensdruck die Menschen zu einer Änderung ihres Verhaltens bringt. Wenn man nun an die globalen Umweltprobleme denkt, ist es nicht leicht, ein Optimist zu bleiben und man fragt sich, wie hoch um Himmels willen der Leidensdruck denn noch werden muss.  
 
Das fragen wir uns allerdings auch oft, wenn wir morgens ins Büro kommen und er mit seiner diätbedingten, miesepetrigen Laune die Stimmung enorm dämpft . Und es ist erst der Beginn seiner Schlankheitskur. Wir konnten es jedoch kaum fassen, dass er - diese anscheinend verdeckte Frohnatur - zum Fasching gehen wollte und uns um Vorschläge für ein Kostüm bat. „Als Kugelfisch“, rief jemand spontan aus, „dann brauchst du dir nur zwei kleine Flossen auf die Arme kleben, das reicht schon.“ Damit war, was das Arbeitsklima der nächsten Wochen betraf, alles gelaufen. Konfetti !!!!