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"Ich existiere nur, wenn ich schreibe“

Bild - "Ich existiere nur, wenn ich schreibe“
1973 im Alter von 47 Jahren in Rom gestorben, hinterließ Ingeborg Bachmann den Mythos der deutschsprachigen Nachkriegsschriftstellerin, einer Frau der Worte, aber ebenso der Bilder, die Sehnsuchtsorte und Verbindungen zu Personen der Literatur und der Zeitgeschichte pflegte: zur Literaturnobelpreisträgerin Nelly Sachs, zum Politiker Henry Kissinger zum Komponisten Hans Werner Henze und zum Schriftstellerkollegen Max Frisch, die miteinander ebenso wenig konnten wie ohne einander. Von daher spricht das Karlsruher Museum für Literatur von Bachmann als einer Stilikone, der es nun eine umfassende und vielschichtige Ausstellung widmet, die am Münchner Literaturhaus erarbeitet wurde und auch schon in Rom Station gemacht hatte. In der Nachfolge der Simone-de-Beauvoir-Ausstellung ist dies eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den Literaturhäusern der bayerischen Metropole und Karlsruhe. Die Schau würdigt aktuell die österreichische Schriftstellerin, deren Geburtstag sich am 25. Juni zum 100. Mal jährt, in mehreren Stationen rund um die Orte, die ihr Werk prägten: Klagenfurt, Wien, München, Zürich, Berlin und Rom. Fokussiert werden Themen wie der frühe Ruhm als Lyrikerin, ihre Auseinandersetzung mit Krieg, Krankheit oder Beziehungs- und Geschlechterverhältnisse sowie die Dimension ihres Schreibens. Neben Originalbriefen (u. a. von Max Frisch, Henry Kissinger, Marie Luise Kaschnitz und Nelly Sachs) gibt es Gedichtentwürfe und autobiographische Aufzeichnungen, die direkten Einblick in ihre schriftstellerische Werkstatt erlauben. Und dann sind da die Bilder, die die überaus fotogene Bachmann aus der Anonymität ihrer zeitgenössischen Kolleginnen herausheben. Geprägt von multimedialen Einblicken in Bachmanns Leben und Werk wird die Ausstellung zusätzlich ergänzt durch ein facettenreiches Begleitprogramm, in dem zum Beispiel am 5. Mai Margarethe von Trottas Filmbiografie „Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste“ zu sehen sein wird.

bis 6. September 2026
Museum für Literatur im Prinz-Max-Palais
Karlstraße 6
Karlsruhe

Di+Fr 10-18 Uhr
Do 10-19 Uhr
Sa 14-18
So 11-18 Uhr


Bild: Ingeborg Bachmann, 1964, Foto Kurt Husnik

Literaturhaus im PrinzMaxPalais

Karlstr. 10

76133 Karlsruhe

0721 / 1334087

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