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Albert Kruse ist tot

Bild - Albert Kruse ist tot
Er war jahrzehntelang ein Teil der Karlsruher Kulturszene, denn er verteilte zuverlässig deren Flyer und Programmhefte. Ausgenommen war die Klappe auf, denn die war damals für ihn zu schwer. Vollbepackt zog er mit seinem Rad und Anhänger durch Karlsruhe und Durlach, verteilte in Kneipen und Geschäften seine Infos. Penibel räumte er dabei immer die jeweiligen Auslegeplätze ordentlich auf. Seine Brille mit Gläsern so dick wie Türspione ließ erahnen, wie schlecht er sehen konnte. Und es wurde schlimmer. Vor circa 6 Jahren erblindete er vollständig.

Albert war alleinstehend und versuchte, so weit wie möglich alles selbst zu erledigen. Einige wenige Freunde, wie der ehemalige Jubez-Mitarbeiter Jumpes oder DJ Ralf, halfen ihn beim Einkauf und gingen mit ihm auch mal in die Kneipe. Er hatte eine beachtliche Plattensammlung, hörte gerne Fernehen und Radio und war manchmal auch ein nervender Grantler, allerdings einer mit gelegentlichen Anflügen von Humor. Der gelernte Krankenpfleger aus Bremen wurde Anfang Februar tot in seiner Wohnung aufgefunden. Er wurde 74 Jahre alt.
Nun, Albert, Du siehst jetzt sicherlich alles mit ganz anderen Augen, klarer und schärfer als Du es in dieser Welt je konntest.
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