Kunst, Ausstellungen Ausstellungen
The Cage
500 Käfige als Tor zur Freiheit
Die Evangelische Stadtkirche am Karlsruher Marktplatz nicht nur ein Ort hervorragender Konzerttätigkeiten, sondern immer wieder findet hier auch zeitgenössische Kunst ihren Platz. Mit dem Großprojekt Gaia, einer sieben Meter großen Erdkugel des britischen Künstlers Luke Jeram, und im Folgejahr als Dependance der Schlosslichtspiele haben Pfarrerin Claudia Rauch und Kirchenmusikdirektor Christian-Markus Raiser 2024 im monumentalen Kirchenraum ein neues Kapitel aufgeschlagen. In der Folge ist nun die Rauminstallation The Cage von Fahar Al-Salih in der zu Gast, wie gewohnt eingebunden in ein umfangreiche Begleitprogramm mit Konzerten, Künstlergesprächen, Führungen, Aktionen und Workshops, Beiträgen aus der Karlsruher Kulturszene und thematischen Gottesdienste. Klappe Auf unterhielt sich mit Claudia Rauch (Foto links) und Christian-Markus Raiser (Foto rechts).
Mit dem Großprojekt Gaia und als Nebenspielort der Schlosslichtspiele sind sie mit auwändigen Großprojekten im Kirchenraum überaus erfolgreich. Über 90.000 Besucherinnen verzeichnete alleine Gaia. Wie haben Sie diese Erfolge erlebt und inwieweit hat dies Ihre Motivation geschärft, diesen Weg in Zeiten auch in der Kirche klammer Kassen weiter zu beschreiten?
Claudia Rauch: Gaia war für uns so eine Art Versuchsballon, und wir haben uns immer wieder gefragt, ob wir uns damit nicht übernommen haben. Aber die große Offenheit und das Engagement der Ehrenamtlichen, die hervorragenden Besucherzahlen und die Begeisterung aller Beteiligten haben uns beflügelt und damit eine tolle Basis für weitere Aktionen gelegt. Wir haben gemerkt, dass ein solches Projekt, für das das Herz schlägt, gerade in der Innenstadt etwas zum Schwingen und Klingen bringen kann.
Christian Markus Raiser: Was die klammen Kassen betrifft, sind wir darauf angewiesen, für das Begleitprogramm Spenden zu bekommen, und am Besten wäre es, wir könnten im Laufe der Aktion sämtliche Käfige verkaufen (Abholung am 29. März).
Luke Jerams Gaia ist ja weltweit getourt und war nicht allzu schwer zu entdecken. Wie kam es zur Auswahl des Projekts The Cage von Fahar Al-Salih?
Raiser: Die Galeristin Yvonne Hohner, die Fahar Al-Salihs monumentale Arbeit bereits 2023 kurzfristig auf der art Karlsruhe gezeigt hatte, suchte eine Möglichkeit, das Werk des in Karlsruhe lebenden Künstlers noch einmal einem breiten Publikum zu präsentieren. Für uns war dabei klar, dass wir hier keine isolierte Kunstpräsentation organisieren wollen, sondern das sich vielschichtig mit Flucht und Migration, aber auch Zwängen, Ausgrenzung und Rassismus und Befreiung beschäftigende Werk in einen komplexen Kontext der Stadtgesellschaft setzen möchten. So haben wir es ebenso in den Zusammenhang der Wochen gegen Rassismus wie der in diesem Jahr um das Themenpaar Diktatur und Befreiung kreisenden Händel-Festspiele gestellt und ein umfangreiches, interdisziplinäres Rahmenprogramm für alle Generationen entwickelt. Das wird The Cage für ein sehr breites Publikum interessant machen.
Wie wollen Sie The Cage in den Kirchenraum integrieren, das hängt ja diesmal nicht unter der Decke sondern stört in gewisser Weise sicherlich den normalen Kirchenbetrieb?
Rauch: Das darf es auch, wir wollten The Cage bewusst nicht aus der Mitte verdrängen, sondern die ersten zehn bis zwölf Reihen der Bestuhlung dafür rausnehmen. Mit unseren gottesdienstlichen Veranstaltungen werden wir dabei sehr individuell auf das Kunstwerk Bezug nehmen.
The Cage
Die fünf Meter hohe und acht Meter lange Installation besteht aus über 500 traditionell aus Palmenblattabfällen irakischer Familien handgefertigten Vogelkäfigen, die einen begehbaren, fünf Meter hohen und acht Meter langen Raum bilden. Die einzelnen Käfige können im Rahmen einer Benefizaktion für jeweils 140,19 Euro erworben und idealerweise am So 29. März, ab 13 Uhr abgeholt werden.
Fahar Al-Salih
Aufgewachsen in Kuwait verlief der Lebensweg des 1964 in Baghdad als Sohn eines Irakischen Vaterscund einer serbischen Mutter geborenen Künstlers an den Schnittstellen von arabischer und europäischer Kulturtraditionen und Ländern, die von Systemumbrüchen und wirtschaftlichen Krisensituationen geprägt waren. In Wien erarbeitete sich Fahar Al-Salih die Kunstgeschichte im Selbststudium. Später studierte er Malerei an der privaten Kunstakademie Bad Reichenhall bei Markus Lüpertz, Jerry Zeniuk und Ingrid Floss und lebt und arbeitet mittlerweile seit vielen Jahren in Karlsruhe.
Aus dem Begleitprogramm
Eröffnet wird the Cage mit einem Soft Opening am Sa 7.3., ab 11 Uhr im Rahmen der Händelfestspiele. Unter anderem spricht Schirmherrin Stephanie Patruno, die Direktorin des Kunstmuseums Karlsruhe und es spielen das Streichquartett der Deutschen Händel-Solisten und KMD Christian-Markus Raiser, Orgel. Am Mi 11.33. gibt die Pianistin Chisako Okano ab 19.30 Uhr ein Klavierrezital. Am So 15.3. eröffnet OB Dr. Frank Mentrup um 18 Uhr die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Am Mi 18.3. spielt ab 19.30 Uhr die Schlagzeugklasse der Hochschule für Musik Karlsruhe der neuen Schlagwerkprofessorin Vanessa Porter. Am So 22.3. gibt es ab10.30 Uhr einen Ballett-Gottestdienst mit der Performance Bulbul Rising und am 25.3. gastiert ab 19.30 die Reihe Blue Church mit Peter Lehel, Ull Möck und Epi Dandarvaanchigs.
07. bis 29. März 2026
Ev. Stadtkirche Karlsruhe am Marktplatz
Karl-Friedrich-Straße 9
Öffnungszeiten
Di & Do 14 - 18 Uhr
Mi, Fr-So 12- 18 Uhr
und zu den Veranstaltungen
Das ausführliche Programm sowie weitere Veranstaltungen finden sich im Kalender und unter thecage-stadtkirchekarlsruhe.de
Mit dem Großprojekt Gaia und als Nebenspielort der Schlosslichtspiele sind sie mit auwändigen Großprojekten im Kirchenraum überaus erfolgreich. Über 90.000 Besucherinnen verzeichnete alleine Gaia. Wie haben Sie diese Erfolge erlebt und inwieweit hat dies Ihre Motivation geschärft, diesen Weg in Zeiten auch in der Kirche klammer Kassen weiter zu beschreiten?
Claudia Rauch: Gaia war für uns so eine Art Versuchsballon, und wir haben uns immer wieder gefragt, ob wir uns damit nicht übernommen haben. Aber die große Offenheit und das Engagement der Ehrenamtlichen, die hervorragenden Besucherzahlen und die Begeisterung aller Beteiligten haben uns beflügelt und damit eine tolle Basis für weitere Aktionen gelegt. Wir haben gemerkt, dass ein solches Projekt, für das das Herz schlägt, gerade in der Innenstadt etwas zum Schwingen und Klingen bringen kann.
Christian Markus Raiser: Was die klammen Kassen betrifft, sind wir darauf angewiesen, für das Begleitprogramm Spenden zu bekommen, und am Besten wäre es, wir könnten im Laufe der Aktion sämtliche Käfige verkaufen (Abholung am 29. März).
Luke Jerams Gaia ist ja weltweit getourt und war nicht allzu schwer zu entdecken. Wie kam es zur Auswahl des Projekts The Cage von Fahar Al-Salih?
Raiser: Die Galeristin Yvonne Hohner, die Fahar Al-Salihs monumentale Arbeit bereits 2023 kurzfristig auf der art Karlsruhe gezeigt hatte, suchte eine Möglichkeit, das Werk des in Karlsruhe lebenden Künstlers noch einmal einem breiten Publikum zu präsentieren. Für uns war dabei klar, dass wir hier keine isolierte Kunstpräsentation organisieren wollen, sondern das sich vielschichtig mit Flucht und Migration, aber auch Zwängen, Ausgrenzung und Rassismus und Befreiung beschäftigende Werk in einen komplexen Kontext der Stadtgesellschaft setzen möchten. So haben wir es ebenso in den Zusammenhang der Wochen gegen Rassismus wie der in diesem Jahr um das Themenpaar Diktatur und Befreiung kreisenden Händel-Festspiele gestellt und ein umfangreiches, interdisziplinäres Rahmenprogramm für alle Generationen entwickelt. Das wird The Cage für ein sehr breites Publikum interessant machen.
Wie wollen Sie The Cage in den Kirchenraum integrieren, das hängt ja diesmal nicht unter der Decke sondern stört in gewisser Weise sicherlich den normalen Kirchenbetrieb?
Rauch: Das darf es auch, wir wollten The Cage bewusst nicht aus der Mitte verdrängen, sondern die ersten zehn bis zwölf Reihen der Bestuhlung dafür rausnehmen. Mit unseren gottesdienstlichen Veranstaltungen werden wir dabei sehr individuell auf das Kunstwerk Bezug nehmen.
The Cage
Die fünf Meter hohe und acht Meter lange Installation besteht aus über 500 traditionell aus Palmenblattabfällen irakischer Familien handgefertigten Vogelkäfigen, die einen begehbaren, fünf Meter hohen und acht Meter langen Raum bilden. Die einzelnen Käfige können im Rahmen einer Benefizaktion für jeweils 140,19 Euro erworben und idealerweise am So 29. März, ab 13 Uhr abgeholt werden.
Fahar Al-Salih
Aufgewachsen in Kuwait verlief der Lebensweg des 1964 in Baghdad als Sohn eines Irakischen Vaterscund einer serbischen Mutter geborenen Künstlers an den Schnittstellen von arabischer und europäischer Kulturtraditionen und Ländern, die von Systemumbrüchen und wirtschaftlichen Krisensituationen geprägt waren. In Wien erarbeitete sich Fahar Al-Salih die Kunstgeschichte im Selbststudium. Später studierte er Malerei an der privaten Kunstakademie Bad Reichenhall bei Markus Lüpertz, Jerry Zeniuk und Ingrid Floss und lebt und arbeitet mittlerweile seit vielen Jahren in Karlsruhe.
Aus dem Begleitprogramm
Eröffnet wird the Cage mit einem Soft Opening am Sa 7.3., ab 11 Uhr im Rahmen der Händelfestspiele. Unter anderem spricht Schirmherrin Stephanie Patruno, die Direktorin des Kunstmuseums Karlsruhe und es spielen das Streichquartett der Deutschen Händel-Solisten und KMD Christian-Markus Raiser, Orgel. Am Mi 11.33. gibt die Pianistin Chisako Okano ab 19.30 Uhr ein Klavierrezital. Am So 15.3. eröffnet OB Dr. Frank Mentrup um 18 Uhr die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Am Mi 18.3. spielt ab 19.30 Uhr die Schlagzeugklasse der Hochschule für Musik Karlsruhe der neuen Schlagwerkprofessorin Vanessa Porter. Am So 22.3. gibt es ab10.30 Uhr einen Ballett-Gottestdienst mit der Performance Bulbul Rising und am 25.3. gastiert ab 19.30 die Reihe Blue Church mit Peter Lehel, Ull Möck und Epi Dandarvaanchigs.
07. bis 29. März 2026
Ev. Stadtkirche Karlsruhe am Marktplatz
Karl-Friedrich-Straße 9
Öffnungszeiten
Di & Do 14 - 18 Uhr
Mi, Fr-So 12- 18 Uhr
und zu den Veranstaltungen
Das ausführliche Programm sowie weitere Veranstaltungen finden sich im Kalender und unter thecage-stadtkirchekarlsruhe.de



