Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 05.2007
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Epi

Weltmusik mit Pferdekopfgeige

Bild - Epi
Enkhjargal Dandarvaanchigs (Epi) wuchs in einem kleinen mongolischen Dorf auf. Schon als Kind wurde sein musikalisches Talent entdeckt. Damals reisten die großen Musiker im Auftrag des sozialistischen Staates über Land, um junge Talente für das Musikinternat in der Hauptstadt Ulan Baator zu entdecken. Er lernte das Nationalinstrument Morin Khoor, die Pferdekopfgeige. Zwanzig Musiker, Tänzer und Sänger bildeten das nationale Folkloreensemble, dem er später angehörte. Sie reisten übers Land, traten im Fernsehen auf und spielten die traditionelle Musik der Mongolei.

Während des Studiums lernte er auch europäische Musik kennen: „Ich habe viel Mozart und Bach gespielt, diese Melodien haben mich sehr fasziniert, das hat mich richtig inspiriert. Auch die Mongolische Klassik hat richtig schöne Stücke für Pferdekopfgeige und Orchester“, sagt er rückblickend. In den 90er Jahren kam e r nach Europa – als musikalischer Leiter der Gruppe Altai Orgil. Kurz danach begann er, mit Jazz- und Worldmusicprojekten zu arbeiten. Eine prägende Begegnung war die mit Rüdiger Oppermann, der mit seiner Harfe nicht nur dem Begriff „Weltmusik“ zum Durchbruch verhalf. Mit ihm spielt Epi Konzerte in Deutschland, Europa und den USA. „Weltmusik“ ist für ihn keine leere Worthülse: „Weltmusik ist schön. Neue Musik, neues Leben, neues Lachen“, sagt er ganz enthusiastisch.
Aber man könne nicht einfach verschiedene musikalische Zutaten zusammenbringen, ein Etikett draufkleben – und fertig. „Man muss das vorsichtig erarbeiten, viel Zeit reinstecken, sich gegenseitig zuhören“. Manchmal arbeite er auch mit mongolischen Bands zusammen, denen er dann seinen Vorsprung an Improvisations-Möglichkeiten weiterzugeben versucht. Das tut er mit großer Gelassenheit: „Da sage ich zum Beispiel: Spiel doch diesen Akkord mal so.... da kriegen die erst einmal einen Schock“, lacht er. „Man muss viel arbeiten, aber dann kommt schöne Musik heraus“.
“In seinem Trio vereint Enkh Jargal Meister aus verschiedenen Ländern, die aus ihrem jeweiligen persönlichen Stil eine neue klangliche Einheit kreieren.“ So befand es die Jury des Creole Wettbewerbes für Weltmusik, die den mongolischen Pferdekopfgeiger Enkh Jargal Dandarvaanchig (kurz „Epi“) damit zu einem der drei Vertreter Baden-Württembergs wählte, die in diesem Monat im Bundesfinale stehen werden. Der selbst meint lächelnd „Wir haben Glück gehabt“.
Ob mongolischer Rap, ob Jazziges, man kann ihn in vielen Zusammenhängen erleben. Im Mai wird er zusammen mit seiner Frau Oyuntuya Purevsurens („Ogi“) an zwei Abenden mit dem Titel „Tanzende Kulturen“ beim Tanztheater Gabriela Lang auftreten. Außer Epi und Ogi sind hier auch Olga Noskova mit einer Solo-Choreographie und Gabriela Lang mit einem Tanztheaterstück dabei.

> Fr. 25. und Sa. 26.5., um 20 Uhr, Tanztheater Gabriela Lang, Karlsruhe, Kaiserpassage 16 im 1.OG