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Archiv: 05.2007
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Roland Lang

Schwarzwaldkrimi „Mord im Hirsch“

Bild - Roland Lang
Andere gehen in diesem Alter in Rente, für den Schriftsteller Roland Lang beginnt mit dem 65. Geburtstag ein neuer Lebensabschnitt. Pünktlich zu diesem ist nämlich Langs erster Krimi erschienen, „Mord im Hirsch - ein Schwarzwaldkrimi“.
„Ich wollte keinesfalls auf die Regio-Krimischiene aufspringen“, sagt Autor, der seit einigen Jahren in Ettlingen lebt. Vielmehr habe er schon lange etwas anderes ausprobieren wollen. „Ich habe im Laufe meines Berufslebens gelernt, dass das gesund ist“, schmunzelt er. Im Hinterland des Schwarzwalds spielt die Geschichte, doch wer wilde Ballereien und Verfolgungsjagden erwartet, wird enttäuscht. „Ich erzähle auf meine Art“, sagt Lang, und die war schon immer etwas stiller und nachdenklicher. Es wird eher geknobelt und kombiniert, etwa wenn Kommissar Reiche darüber grübelt, weshalb das Handy des Opfers ausgerechnet neben der Mülltonne gefunden wurde.
„Mord im Hirsch“ ist jedoch keine Kopfgeburt. „Ich habe in einer Säge im Hochschwarzwald recherchiert, mich über Motorräder schlau gemacht und mich mit einem Staatsanwalt und einem Rechtsmediziner getroffen. Außerdem haben mich zwei Kriminalkommissare beraten.“ Was sein Wissen um das bäuerliche Leben im Schwarzwald betrifft, konnte Roland Lang auf einen reichhaltigen Fundes zurück greifen: Zehn Jahre lang arbeitete er für die „Fallers“, schrieb ein Dutzend Drehbücher und fünf Bände über die Schwarzwaldfamilie, begonnen 1998, als Lang die fiktive Biografie über Großvater Wilhelm Faller publizierte. Die Fallers-Phase ist für den Schriftsteller abgeschlossen, auch wenn die anspruchsvolle Zusammenarbeit im Autorenkollektiv eine wichtige Erfahrung war. Langs Berufsbiografie ist von Zäsuren geprägt, insofern kommt der „neue“ Roland Lang nicht wirklich überraschend.
Aufgewachsen ist der Autor in einer dem Schwarzwald ähnlichen Landschaft, im Thüringer Wald - eine durchaus prägende Grunderfahrung. Als Schriftsteller debütierte er Ende der Sechziger Jahre bei Suhrkamp mit dem Erzählband „Beliebige Personen“. In der Autorenedition folgte unter anderem die vielfach preisgekrönte Vater-Sohn-Geschichte „Die Mansarde“. Den Wechsel von der „ernsten“ zur „unterhaltenden Literatur“ sieht Lang professionell, schließlich sollte jede Literatur unterhalten. Davon abgesehen habe er keine Lust mehr, sich „durch literarische Anspruchsgebirge zu quälen“. Außerdem verändere sich der Stellenwert von Literatur im Leben eines Autors: „Als ich jung war, war Schreiben für mich auch sowas wie Therapie. Jetzt, mit über 60, ist es das für mich nicht mehr.“
Reisefeatures und Hörspiele hat Lang vor seiner Fallers-Zeit geschrieben, hinzu kamen journalistische Arbeiten und Städtebilder - Auftragsarbeiten, wie sie viele Schriftsteller annehmen bzw. annehmen müssen - bis eben die „sichere Bank“ mit den Arbeiten zur Fallers-Serie kam. Dass bei den Reisen nach Nepal, Indien oder Thailand auch ein religiöses Interesse hinzu kommt, ist übrigens ein wichtiger biografischer Aspekt im Leben des Roland Lang.
Inzwischen arbeitet der frisch gebackene Krimiautor an einer weiteren Story rund um Kommissar Reiche, einer Geschichte, die wiederum in einer Landschaft spielt, die weder in der Realität noch in der Literatur eine Idylle ist, sondern vielmehr Kulisse für menschliche Schicksale wie überall. maske

> G.Braun Buchverlag, Roland Lang „Mord im Hirsch“ 240 Seiten, 9,90 Euro

>Roland Lang liest am Mi 23.5. um 20:00 Uhr, Literaturhaus, Prinz- Max- Palais, Karlstr. 10