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Markus Orths „Max“

 
Das Leben des Surrealisten Max Ernst erzählt anhand seiner Beziehungen zu sechs Frauen, die ihn prägten: Zu der klugen, emanzipierten Journalistin Luise Straus-Ernst genannt Lou, der erotisch-eleganten Gala, die mit ihm und Paul Eluard in einer Ménage à trois zusammen lebte und später die Muse von Salvador Dalí wurde, der unterwürfig-katholischen Marie-Berthe Aurenche, die ihn bis zur Selbstaufgabe liebte, der mystisch-archaisch entfesselten Dichterin und Malerin Leonora Carrington, der Kunstmäzenin Peggy Guggenheim und schließlich der zu der Malerin, Schriftstellerin und Bühnenbildnerin Dorothea Tanning, die ihn erdete und mit der er bis zu seinem Tode zusammenlebte. Wild fabulierend und mit einem Stil, der die Persönlichkeit der Protagonisten unterstreicht und sie so zum Leben erweckt, zeichnet Orths nicht nur das Leben und die künstlerische Entwicklung Max Ernsts nach, sondern entwirft auch ein faszinierendes Bild einer Welt, deren Verrücktheit die Künstler in ihren Werken zu verarbeiteten. Orths schickt die Leser an der Seite von Max Ernst auf eine Reise durch ein ganzes Jahrhundert, berichtet von Ernsts Teilnahme am Ersten Weltkrieg, von seiner Zeit im wilden Paris der 20er Jahre mit den Surrealisten und Dadaisten, über sein Leben auf der Flucht und schließlich von seinem Exil in Amerika. Das Ganze ist so mitreißend geschrieben, dass man diese Max-Welt nicht verlassen möchte, sondern sofort mehr haben will.  
 
> Hanser Verlag, Seiten 24,- €