Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 09.2016
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Minarette und Gottesanbeterinnen

- Stadtkirche und Kriegsstraße -

Bild - Minarette und Gottesanbeterinnen
Die Gottesdienste in den Kirchen werden von immer weniger Gläubigen besucht. Da stellt sich schon die Frage, ob alle Kirchen unbedingt als solche erhalten werden müssen. Statt Zwischendecks einzuziehen und sie zu Parkhäusern umzubauen, könnte man - zum Beispiel - die evangelische Stadtkirche am Marktplatz umwidmen, ein paar Minarette aufstellen und - schwuppdiwupp, gäbe es endlich eine - sicherlich besser besuchte - Moschee an zentraler Stelle. Das hat ja bei der Hagia Sophia in Istanbul auch ganz gut funktioniert. Es muss nicht immer - wie zur Zeit in Karlsruhe diskutiert - ein Neubau sein. Was Moscheenneubauten anbelangt, sind wir in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern trotzdem ganz gut dabei, denn es wurden im vergangenen Jahrzehnt vergleichsweise viele und zudem relativ zügig gebaut. Die Türkei -beispielsweise - braucht da schon etwas länger. Laut „Spiegel“ wurde dort der erste Kirchenneubau seit fast hundert Jahren erst vor zwei Jahren in Aussicht gestellt. Aber das ist noch nichts im Vergleich zu Saudi-Arabien oder den Emiraten - dort dürfte der arabische Ausdruck für „Kirchenneubau“ vermutlich noch nicht mal Bestandteil des Wortschatzes sein.

Gottesanbeterinnen und Kammolche
Mit Verzögerungen und schleppendem Verlauf von Bauvorhaben kennen wir uns in Karlsruhe auch ganz gut aus:
Die Bauarbeiten an der Kriegsstraße ruhen nun schon längerer Zeit und deshalb ist es kein Wunder, dass der auf ehemaligen Fahrspu-ren zwischengelagerte Erdaushub inzwischen von Pflanzen und Kleingetier besiedelt wurde. Tja, seitdem unser Bürodiktator dies ebenfalls gemerkt hat, ist er auf dem besten Wege, ein kompromissloser Aktivist in Sachen Naturschutz zu werden. Er informierte sich akribisch unter anderem über Feldhamster, Kammmolche, über Gottesanbeterinnen, Goldkäfer, über Akelei und Lotwurz. Wir ahnten es - von wegen engagierter Naturschützer: das sind alles erprob-te Baustopper, über die er sich kundig machte. Wir vermuten, dass er unsere Sommerpause nutzte, um einige aufzuspüren und sie dann auf die Erdaushubhaufen nach Karlsruhe heimlich umzusiedeln. Wenn er das geschafft hat, dann „Gute Nacht“ Kombi-Lösung. Dann ruht die Baustelle vielleicht für immer. Anderseits: diese Vorstellung hat schon was….