Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 04.2006
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Mörderischen Programm.

3. Karlsruher Krimitage

Bild - Mörderischen Programm.
Kriminalistisch gesehen ist Karlsruhe ein recht uninteressanter Ort. Die Verbrechensrate hält sich in Grenzen, nur alle paar Monate geschieht mal ein Mord, von nächtlichen Schießereien hört man so gut wie gar nichts und für die „Tatort“-Krimis des SWR muß unsere schöne Stadt regelmäßig das häßliche Ludwigshafen doubeln.In diesem April aber kommt der Tatort Karlsruhe groß heraus, bei den 3. Karlsruher Krimitagen (www.karlsruher-krimitage.de) . Vom 31. März bis 8.April legen nicht weniger als dreizehn Krimiautoren eine Spur des Verbrechens durch unsere friedliche Stadt. Hier nur ein Auszug aus dem mörderischen Programm.

Auftakt mit Burger und Seghers
Wolfgang Burger, der in seinen ersten Krimis Karlsruhe zum Schauplatz spektakulärer Verbrechen gemacht hat, holte die Krimitage nach Karlsruhe. Mit seinem neuesten Roman „Heidelberger Lügen“ eröffnet er am 31.3. um 19 Uhr im Literaturhaus im Prinz-Max-Palais den Lesereigen. Noch am gleichen Abend (20.30 Uhr) stellt Jan Seghers in der Thalia-Buchhandlung im ECE-Center seine „Braut im Schnee“, den zweiten Fall des Frankfurter Kommissars Marthaler vor, einen Liebhaber klassischer Musik und einen Gegner des urbanen Lebentempos. Jan Seghers ist das Pseudonym von Matthias Altenburg, der unter seinem richtigen Namen Romane, Essays und Zeitungskolumnen veröffentlicht hat.

Vom Wein- in den Leichenkeller
Am 1. April wird der Anspruch des veranstaltenden Kulturamts den jeweiligen Krimisujets entsprechende Veranstaltungsorte zu finden, erstmals offensichtlich. Im Durlacher Zehntkeller (Zehntstraße 1) um 20 Uhr gibt der Weinjournalist Carsten Sebastian Henn bei einer Weinprobe eine Leseprobe aus seinem Krimi „In dubio pro vino“ zum Besten. Darin geht es um den Mord an einer Weinkönigin in spe. Am 1.April um 19.30 Uhr bringt Felix Huby im SWR-Studio Karlsruhe (Kriegsstraße 168) zwei neuere Fälle um den Stuttgarter „Tatort“-Kommissar Bienzle zu Gehör. Im neuen Krimi der Neu-Karlsruherin Eva Klingler führt die Spur des Verbrechens ins Mannheimer Nationaltheater, wo gerade Shakespeares „Macbeth“ geprobt wird. Passenderweise liest Eva Klingler am 2. (20 Uhr) im Theater-Ambiente, im Café der Insel (Karlstr.49b). Die Kinderärztin Renate Klöppel hat zwei Krimis geschrieben, in deren Mittelpunkt ein einzelgängerischer Wissenschaftler aus Freiburg steht. In dem Krimi „Die Tote vom Turm“ gibt es aber auch einen Abstecher nach Karlsruhe. Sie liest im Hörsaal der Pathologie des Städtischen Klinikums (Eingang Kußmaulstraße) am 3.(20 Uhr).

Von der Kunsthalle zur Kulturruine
Ein toter Junge im Gorilla-Gehege des Heidelberger Zoos ist der Ausgangspunkt des Krimis „Silberrücken“ von Carlo Schäfer, der Heidelberg zum Krimi-Schauplatz gemacht hat. Er kommt am 4. um 20 Uhr in den Feuerbachsaal der Staatlichen Kunsthalle. Zur selben Zeit liest im Jubez-Cafe der in Karlsruhe geborene Schwabe Klaus Wanninger aus seinen Stuttgart-Krimis. Bernd Leix war früher mal Förster im Karlsruher Hardwald. In seinem zweiten Krimi „Zuckerblut“ entdecken zwei Joggerinnen eine weibliche Leiche hinter dem Karlsruher Schloss. Bernd Leix ist am 5.(20 Uhr) im Staatlichen Museum für Naturkunde (Erbprinzenstraße 13) zu finden. Am 6. (19.30 Uhr) liest Patrick Roth, der in Los Angeles lebende Autor mit Karlsruher Vergangenheit, in der Amerikanischen Bibliothek (Kanalweg 52) im Original die Krimigeschichte „Shadow“ von E.A.Poe und spricht anschließend über Poes Werk in englischer bzw. amerikanischer Sprache. Und wer will kann anschließend noch in die Kulturruine (Essenweinstraße 9) gehen, dort liest ab 21 Uhr Jörg Juretzka, der geistige Vater des schrägen Privatdetektivs Kryszynski, Veröffentlichtes, Unveröffentlichtes und Unveröffentlichbares. Unter „www.kulturruine.de“ erfährt man, was man dazu anziehen soll.

Ein sauberer Abgang mit Kant
Hochgelobt wurde der neue Krimi „Sauberer Abgang“ von Anne Chaplet. Schauplatz der Handlung ist die Bankenmetropole Frankfurt. Schauplatz ihrer Lesung am 7.(20 Uhr) ist die Sparda-Bank (Kaiserstr.207), die mit einer Sammlung echter Tatwaffen aus dem Archiv der Kriminalpolizei aufgepeppt wird. Wolfram Fleischhauer, ein gebürtiger Karlsruher, hat sich auf historisch-philosophische Romane mit realem kulturgeschichtlichem Hintergrund spezialisiert. Die Handlung seines nicht mehr ganz neuen Romans „Das Buch in dem die Welt verschwand“ spielt im Jahre 1781, das Fleischhauer als Zeitpunkt der Trennung von Religion und Philosophie bezeichnet. Die Lesung ist am 8. (19 Uhr) in die Stadtbibliothek.

Kriminelles im Polizeipräsidium
Zum guten Schluß der Karlsruher Krimitage am 8. April geht der Weg des Krimifans ins Polizeipräsidium (Beiertheim Allee 16) zu drei Krimi-Hörspielen des Südwestrundfunks. Um 20 Uhr steht „Nobilitᓠnach einem Roman von Donna Leon auf dem Programm. Commissario Brunetti wird seine Rätsel im Lauf von 54 Minuten lösen. So viel Zeit hat auch sein Pariser Kollege Jean-Baptiste Adamsberg eine Mordserie aufzuklären in „Es geht noch ein Zug nach von der Gare du Nord“(21.30 Uhr) nach einem Krimi der Französin Fred Vargas. „Stille Nacht - Heilige Nacht“(23 Uhr) von Thomas Stiller war ursprünglich ein Fernsehfilm, der mit einem missglückten Kaufhausüberfall in Karlsruhe begann, gedreht wurde vor Ort bei Karstadt, und mit einer gar nicht so schönen Bescherung in einer Schwarzwälder Skihütte endete, aber weil die Story so gut war, hat der SWR gleich auch noch ein Hörspiel aus dem Drehbuch gemacht. Wie das geht, wie überhaupt so ein Hörspiel gemacht wird, das kam man bei den Werkstattgesprächen erfahren, die sich an die Hörspielvorführungen anschließen.Der Eintritt ist frei, es wird aber um verbindliche Platzreservierung gebeten. Karten können an den Pforten des Polizeipräsidiums (Beiertheimer Allee 16) oder beim SWR-Studio Karlsruhe (Kriegsstr.168) abgeholt werden.



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