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Galerientag so prall wie nie

Sa 15. Sep 2018,15- 20 Uhr> UhrSoviel Vielfalt war wohl noch kaum beim Karlsruher Galerientag, der neben den gegenwärtig im Verbund befindlichen neun Galerien gleich 17 Gäste verzeichnet. Immens gewachsen ist in den vergangenen Monaten und Jahren die Zahl der Projekträume - meist sind das von Künstlern betriebene Produzentengalerien oder zu temporären Ausstellungsräumen umfunktionierte Ateliers. Die anderthalb Dutzend, die sich vom Studio Nordbecken im Rheinhafen im Westen bis zum Durlacher Kunstverein Letschebach im Osten über das Stadtgebiet verteilen, sind freilich längst noch nicht alle möglichen Anwärter für eine Teilnahme am Galerientag, denn durchaus etablierte Adressen wie die Poly-Galerie, das Hinterzimmer, der eher performative bespielte ßpace der Initiative Die Anstoß oder die noch nicht auf einer städtischen Liste befindliche Ladengalerie von Tom Boller sind noch nicht einmal dabei. Das bedeutet, die Kunst- und Kreativszene in Karlsruhe lebt und blüht, wie auch die gegenwärtige Ausstellung im Badischen Kunstverein belegt, der sich zum 200-Jährigen explizit mit den Künstlern und anderen Kreativen der Stadt vernetzt. Auch er zählt an diesem Nachmittag zu den Gästen der Karlsruher Galerien, die alleine schon mit spannenden Ausstellungen aufwarten.  
 
Herausgegriffen sei darunter die jüngste Karlsruher Galerie, die von Rita Burster, die diese seit einigen Monaten im Dachgeschoss über den gemeinsam mit Alfred Knecht betriebenen Ausstellungsräumen in der Karlsruher Baumeisterstraße betreibt und mit jüngerer Kunst bespielt. Zum Galerientag eröffnet sie eine Schau des in Berlin lebenden Wolfgang Ganter (Foto), der sein Studium an der Karlsruher Akademie als Meisterschüler von Andreas Slominski beendete. Ganter lässt seine Arbeit durch Bakterien verrichten, die auf zufällig gefundenen, aber auch selbst hergestellten Dias und Farbnegativen ihre biologische Entwicklung vollziehen und dabei Bildergebnisse voll überraschender Formen und faszinierender Farben erschaffen (Ausstellung bis 24. November).  
Luis Leu zeigt Bilder der vor allem durch ihre Zeichnungen beeindruckenden Chinesin Meng Zhang aus Peking, die in Karlsruhe ein Aufbaustudium absolvierte, der Showroom Schmitt zeigt den in Karlsruhe studierenden Koreaner Yongkuk Ko (Foto), der sich über die Malerei hinaus mit Objektkunst und Installationen beschäftigt und unter anderem mit originalgetreu nachgebildeten Bananenschalen die Erwartungen des Kunstfreunds ausrutschen lässt, und Assaf Gruber wird im neuen Raum Theartape in der Südweststadt gezeigt. Der 1980 in Jerusalem geborene Künstler, der gegenwärtig in Berlin lebt, erhielt alleine 2018 zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, und seine spannenden skulpturalen und filmischen Arbeiten werden auf Film-Festivals und in einer Vielzahl von Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland gezeigt. An anderer Stelle präsentieren sich Künstlergruppen, der Kunstverein Letschbach stellt einen Comic von Nathalie Ostermeier vor und Ironie und Humor in der Bildenden Kunst widmet sich der Kunstraum Neureut, in einer Ausstellung, für die der Kurator Jens Andres Werke von Pavel Miguel, Klaus Staeck, Michael Volkmer, Daniel Wagenblast und Andreas Welzenbach zusammengestellt hat.  
Insgesamt also eine Fülle unterschiedlichster Kunst, die man sich anhand des downloadbaren Programms zum individuellen Rundgang zusammenstellen kann. Alle Stationen wird man in den zur Verfügung stehenden fünf Stunden kaum aufsuchen können, aber zum Glück sind zahlreiche Ausstellungen ja über den Galerientag hinaus geöffnet. Gefeiert wir zum Abschluss von 19 Uhr bis zum Morgengrauen in der temporären Popup-Bar Luka in der Zähringerstraße 96, deren dreimonatige Existenz mit dem September zu Ende geht.  
 
> Sa 15. September 2018, 15 bis 20 Uhr

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