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Die neue Saison im Kammertheater

 
Nicht ohne Eva 
 
Mit einer„wahnsinnig guten Spielzeit“ im Rücken starten Intendant Ingmar Otto und das Kammertheater beflügelt in die neue Saison. „Es hat sehr gut funktioniert mit attraktiven Titeln, unter denen man sich etwas vorstellen kann, das Publikum anzusprechen und dabei künstlerisch sehr unterschiedliche Erzählweisen und Formate zu präsentieren, so Otto. Der Erfolg stimmt den Theaterleiter, Regisseur und Autor, dessen Freddy-Mercury-Tribute „Show must go on“ und Liebeskomödie „Der Stripper“ auch in der kommenden Spielzeit laufen, für die kommende Spielzeit wagemutiger, was Stücke und Titel angeht. So bringt etwa die von einer freien Theatertruppe entwickelte Komödie „Mamma Machiatio“ ab November Berliner Hipster-Flair auf die K2-Bühne, im Februar 2019 inszeniert der Schauspieler und Kabarettist Jochen Busse mit „Achtung Deutsch“ eine brisante Komödie zu nationalen Vorurteilen, Stereotypen und der Suche nach dem typisch Deutschen, und im Frühjahr bringt Ingmar Otto vermutlich das erste Musical über ein Computerprogramm, die Flirt- und Dating-App Tinder, auf die Bühne.  
 
Zunächst startet das Kammertheater aber am 21. September mit vier von der Midlife-Crisis geplagten Männern in die Saison, die sich unter dem Titel „Wir sind dann mal weg“ mit ihren vielfältigen Sinnkrisen zufällig auf dem Jakobsweg treffen. Die Stückvorlage stammt von Tilmann von Blomberg, der das Thema auf weiblicher Seite unter dem Titel „Heiße Zeiten“ auch am Kammertheater bereits erfolgreich vorexerzierte. Dabei waren es vor allem Frauen, die ihre Freundinnen mit ins Theater schleppten, und auch bei der Männerausgabe erwartet Otto ein überwiegend weibliches Publikum: „Ich finde das auf jeden Fall eine spannende Ausgangslage, Menschen in einem gewissen Alter Bilanz ziehen zu lassen, was sie sich früher einmal vom Leben erhofft hatten, was daraus geworden ist, und mit was sie sich nun arrangieren müssen. Natürlich hoffe ich auf die einen oder anderen Männer im Publikum, die dann am Ende ganz beglückt rausgehen, weil sie feststellen, dass es bei ihnen noch nicht ganz so arg ist“, sagt Ingmar Otto, der die Regie mit Eva Brunner hier einer gestandenen Frau überlässt, die aus dem weiblichen Blick heraus das Männerquartett aufmischen wird. Apropos Eva Brunner. Die österreichische Schauspielerin und Regisseurin entwickelte sich am Kammertheater in den vergangenen Jahren als furiose Komödiantin und Musicaldarstellerin zum ausgesprochenen Publikumsliebling. Im kommenden Frühjahr steht sie im K2 in „Glorios“ als Florence Foster Jenkins auf der Bühne, die als „die schlimmste Sängerin der Welt“ in die Geschichte einging. Regie führt dann Ingmar Otto, worauf der sich ganz besonders freut: „Es ist eine große Herausforderung für dieses Stück eine Form zu finden, aber Eva ist eine Superbesetzung für diese Rolle. Ohne sie hätten wir diese ebenso komische wie sehr rührende Geschichte bestimmt nicht auf den Spielplan gesetzt.“