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Joachim Zelter: Im Feld

 
„Rennradtreff. Christi Himmelfahrt. Donnerstag um 10 Uhr. Der Radverein lädt ein. Auch Nichtmitglieder sind willkommen.“ So harmlos beginnt der neue Roman von Joachim Zelter. Der Rennradler Frank Staiger nimmt an einer beschaulichen Ausfahrt teil – glaubt er. Doch die Rennsporttruppe, der er sich angeschlossen hat, wird von einem Profi angeführt, der sie in die Vogesen führt, eine Passstraße folgt der anderen, Serpentine um Serpentine bis zum höchsten Punkt. Doch damit nicht genug. Es geht weiter und weiter, in die Rheinebene, auf die Schwarzwaldhöhen. Anfangs überlegt Staiger noch, einen Abzweig zu nehmen und das Peloton zu verlassen, doch der Sog der Gruppe, die Obsession der Mitfahrer und des Anführers reißen ihn mit. „Im Feld“ ist ein Geniestreich. Eine einzige Radtour erzählt Zelter in dem ganzen Buch, atemlos, mitreißend und skurril. Er erzeugt eine Spannung, wie es selbst versierten Krimiautoren nicht gelingt, nebenbei zündet er eine ganze Batterie von Pointen und ist auch noch hoch philosophisch. maske 
 
Verlag Klöpfer & Meyer, 154 Seiten, 20 Euro.