Alle Artikel Musik Rund um Musik

No Sugar, No Cream

Klappe auf präsentiert 
 
 
Alles ein bisschen größer, ein bisschen tiefgründiger, deutlich vielseitiger und aufwändiger, so präsentiert die Karlsruher Band No Sugar, No Cream im Dezember ihr neues Album „A Bigger Picture“.  
 
Hatte ihre bisherige Musik locker in den Regalmeter zwischen Neil Young und Bob Dylan gepasst, so will die Americana-Schublade für das neue Werk der Musiker um Singer/Songwriter Pete Funk nicht mehr so recht greifen. Verstärkt mischen sich folkige und Indie-rockige Einflüsse in den countryesken Aufguss, den die nach wie vor auf überflüssige Zutaten bewusst verzichtenden Karlsruher brühheiß servieren.  
 
„Seit dem vorangegangenen Album sind wir als Band deutlich zusammengewachsen“, sagt Andreas Jüttner, der als Bassist nicht nur für das Fundament sondern auch die Produktion der neuen Songs verantwortlich zeichnet. „Nach wie vor schreibt Pete die Lieder und stellt sie in der Probe vor. Doch schon beim zweiten Durchgang steigen wir ein und entwickeln die Songs gemeinsam.“ Neben Jüttner und Funk, der seinen Gesang mit der akustischen Gitarre grundiert, sind dies in erster Linie der Schlagzeuger Frank Schäffner und Heike Wendelin, die mal mit Geige, mal mit Bratsche, mal mit der Mandoline und immer wieder auch als weibliche Stimme das Klangbild der Band entscheidend prägt. Doch kaum weniger gewichtig ist der Beitrag des in Berlin lebenden Oli Grauer, der als Melodiker an der E-Gitarre markante Akzente setzt. Grauer und Funk kennen sich aus gemeinsamen Studienzeiten und musizieren seit bald einem Vierteljahrhundert, so dass der Wahlberliner getrost als fünftes Bandmitglied gelten kann und meist auch bei den Livekonzerten mit auf der Bühne steht. Regelmäßiger Gast bei No Sugar, No Cream ist seit Jahren Chris Cacavas, der mit atmosphärischen Keyboards oder auch mal dem Akkordeon in Lücken stößt. Dass der amerikanische Wahlkarlsruher nicht beim Release-Konzert dabei ist, hat alleine darin seinen Grund, dass er gerade mit der wiedervereinten Rockband The Dream Syndicate auf großer US-Tour ist.  
Ein Dutzend Lieder, melancholische Geschichten, bekenntnishafte Psychogramme, sehnsuchtsvolle Balladen und gutgelaunte Ohrwürmer fügen sich facettenreich zu „A Bigger Picture“, das voller Referenzen steckt. So ist schon der Titel eine Erinnerung an den schottischen Songwriter Mike Scott, der mit seinen Bemühungen um die keltische Rootsmusik schon lange zu den Vorbildern von Funk zählt. In einem Song dient Memphis Minnie, eine der ersten Musikerinnen, die zur E-Gitarre griff, und sich fluchend, trinkend, rauchend und sich prügelnd in der Phalanx der männlichen Bluesmusiker als Frau durchsetzte, als Vorbild einer Befreiung. In einem anderen interpretiert Funk auf düstere Weise ein berühmtes Gedicht des großen amerikanischen Schriftstellers Robert Frost. „A Bigger Picture“ erscheint nicht nur als CD und zeitgemäßer Download, mit dem hippen Retromedium der schwarzen Vinylscheibe erfüllten sich die avancierten Amateure darüberhinaus einen langgehegten Traum, der mit absolut professionellem Anspruch umgesetzt wurde. 
  
> Sa 9. Dezember 2017 um 20:00 Uhr, Kulturzentrum Tollhaus, Alter Schlachthof 31, Karlsruhe, CD Release 

Tollhaus

>>Alter Schlachthof 35
76131 Karlsruhe
 
Homepage

Weiterführende Links

weitere Infos