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Niklas Frank

„Der Vater. Eine Abrechnung.“

Nicht von ungefähr hat sich Niklas Frank journalistisch und als persönlich Betroffener sein Leben lang mit Auschwitz beschäftigt. Der Vater, der in Karlsruhe geborene Hans Frank, Rechtsanwalt von Beruf, wurde 1933 als »alter Kämpfer« Justizminister in Bayern, 1939 dann Generalgouverneur Restpolens, wo er mit seiner ebenso raffgierigen Frau Polen und Juden ausplündert. Nachdem der als der „Schlächter von Polen“ bekannte Vater 1945 im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zum Tode durch den Strang verurteilt worden war, erzog die Mutter ihre Kinder in pietätvollem Gedenken an den feinsinnigen Vater. Niklas Frank hat sich als Buchautor, Journalist und Zeitzeuge stets ehrlich bemüht, das nazistische Familientrauma aufzuarbeiten. Damit sah er sich dem geschwisterlichen Vorwurf ausgesetzt, die Familienehre beschmutzt zu haben. Er gehört zu einem der wenigen Nachfahren der Naziverbrecher, die sich konsequent mit den elterlichen Verbrechen auseinandergesetzt haben. Der 79-Jährige hält sich für einen „emotionalen Krüppel“, der seinen Vater nie losgeworden ist – doch er hat den Spieß umgedreht. Nach der Abrechnung mit dem Vater (1987) und der Mutter (2005) folgte 2013 die eher zärtliche Abrechnung mit dem großen Bruder Norman. > Rantastic, Aschmattstraße 2, Baden-Baden, 20.30 Uhr 

Rantastic

>>Aschmattstr. 2
76532 Baden-Baden-Haueneberstein
 
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