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Größere Reichweite für Newcomerbands

Bild - Größere Reichweite für Newcomerbands
Für viele Nachwuchsbands steht die Frage im Raum, wie man den Bekanntheitsgrad erhöhen kann. Liveauftritte und die Präsenz in den sozialen Netzwerken sind immer ein gutes Mittel. Aber wie genau dabei vorgehen? Jochen Werner vom Booking-Team des Jubez, seit kurzem auch 2. Vorsitzender des Popbüros Baden-Württemberg, der das New Bands Festival des Popnetzes Karlsruhe mitorganisiert und – in kultige T-Shirts gekleidet - als gut gelaunter Moderator durch die Vorrunden, das Semifinale und das Finale des New Bands Festival führt, gibt Tipps, die dem einen oder der anderen weiterhelfen können.

Was können Newcomer-Bands und Solo-Künstlerinnen und Solokünstler tun, um auf sich aufmerksam zu machen?

Was immer hilft ist sich erst einmal ein Bild der lokalen Clubs und Locations zu verschaffen, um einzuschätzen, ob die Musik in die Location passt oder auf Konzerte gehen und mal nachzufragen, wer das Booking macht.
Da kommen auch wir vom Popnetz ins Boot, gerne ist es möglich, uns im Jubez oder Substage zu kontaktieren. Oft kennen wir geeignete Formate oder können sagen, wo und wann es sich lohnt sich zu bewerben. Davor gibt es aber schon etwas Hausaufgaben zu erledigen. Ein gutes Bandfoto, ein ansprechender Infotext und natürlich ein paar gute Songs helfen immens dabei.

Wie sieht eure Hilfe beim New Bands Festival aus?

Das New Bands Festival ist für uns eine ausgezeichnete Möglichkeit, Bands kennenzulernen und in diesem Rahmen mit ihnen zu arbeiten. Es ist tatsächlich als Wettbewerb konzipiert, dennoch wollen wir genau das Gegenteil damit erreichen: die Bands spielen hier gemeinsam und nicht gegeneinander. Und obwohl es schöne Preise wie Studioaufnahmen und Auftritte bei Das Fest und dem Unifest gibt, geht es nicht ums Gewinnen, sondern eher darum, Kontakte zu knüpfen und das Türchen für vielleicht weitere Konzerte ein wenig weiter aufzustoßen.

Was habt ihr sonst noch für Angebote?

Natürlich haben wir im Popnetz ein schönes Paket für Bands, Musikerinnen und Musiker geschnürt und hoffen möglichst viele ansprechen zu können. Für ganz junge Bands gibt es das First Time On Stage, wo einfach gespielt werden kann. Bands werden im Bandpusher über ein Jahr lang in Proberaum und auf der Bühne begleitet. Wir bieten verschiedene Seminare zu Rock/Pop-spezifischen Themen an. Aktuell sind ein Musikmanagement Workshop mit Cris Cosmo und ein Gesangsworkshop mit Mickela geplant. Natürlich stehen wir vom Popnetz jungen Musikerinnen und Musikern bei Fragen und Problemen zur Seite. In unseren Locations haben wir auch regelmäßig Auftrittsformate für junge regionale Bands/Acts. Es gibt also gute Chancen. Wichtig ist uns auch immer die Entwicklungsfähigkeit hinter einer Musikformation.

Hat eine Band, die beim New Bands Festival gespielt hat, gute Chancen für einen Auftritt in einem anderen Club?

Über das Popnetz agieren wir und weitere Partner wie z. B. der Tempel oder die Musikschule Intakt gemeinsam. Mit der Zusammenarbeit können wir viel erreichen. Tatsächlich lohnt es sich auch an Formaten wie dem New Bands Festival teilzunehmen. Hier bekomme ich sehr häufig einen ersten Eindruck und kann dann beim Livekonzert sehen, wie eine Band wirklich ist. Wichtig ist es aber auch das richtige Maß zu finden. Wenn eine Band an zwei Wochenenden in drei unterschiedlichen Clubs in der Stadt spielt ist nicht immer allen geholfen damit.

Wie hilfreich sind Plattformen wie Spotify?

Plattformen wie Spotify oder Bandcamp können dabei helfen, gehört zu werden und auch Fans zu erreichen, die die Musik sonst nicht zu hören bekommen hätten. Wichtig ist, dass das was dort eingestellt wird, gut und sauber produziert ist. Manche Acts gehen gerade dazu über, ihre Songs/Tracks Spotify anzupassen – das finde ich hier ein wenig zu viel des Guten. Mein Tipp: sich selbst treu bleiben und auch in den Netzwerken nach Gleichgesinnten suchen.

Welche Rolle kommt YouTube zu?

Ein Video ist inzwischen fast zu einer kleinen Visitenkarte für Acts geworden und hilft tatsächlich dabei, eine größere Reichweite zu bekommen. Manchmal hilft einfach ein Streamvideo oder ein Livemitschnitt.

Wie wichtig ist Club-Promotion, d.h. die Bemusterung von DJs?

Ähnlich wie bei Live-Bewerbungen haben viele DJs sicherlich eigene Vorstellungen. Wichtig bei einer Bemusterung wäre natürlich, ob die Musik ins DJ-Set passt.

Ist es für junge Bands möglich, im Radio gespielt oder im Fernsehen gesendet zu werden?

Tatsächlich gilt: immer mal wieder was hinschicken, gerade bei neuen Formaten. Es lohnt sich auch immer Formate zu wählen, wo es irgendwie passen könnte, statt einfach im Breitbandmodus alles zu versorgen. Gut ist es natürlich immer, Ansprechpartner zu kennen.

Gibt es beispielsweise bei SWR3 Nachwuchsförderung?

Der SWR hat auf der Baden-Württembergischen Ebene das Play Live unterstützt, das aktuell pausiert. Insgesamt würde ich mir gerade bei lokalen Themen und Events mehr Unterstützung vom SWR wünschen. Tatsächlich gäbe es auch einige junge lokale Bands/Acts, die radiotauglich sind.

Wie hilfreich sind Zeitschriften und Musikmagazine?

Viele gute Musikzeitschriften wie das INTRO, die De:Bug oder die Spex wurden vor einer Weile eingestellt. Tatsächlich hat sich sehr viel auf online verlagert. Hier lohnt es sich, nach zur Musik passenden Blogs und Seiten zu schauen und jeweils gute Texte und Bilder mit Links zur eigenen Musik per Mail hinzuschicken. Aber auch die lokale Presse schreibt gerne mal über regionale Künstler. Da lohnt es sicherlich, mal der Redaktion zu schreiben. -kaho

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