Klappeauf - Karlsruhe
Alle Artikel
Kunst, Ausstellungen Ausstellungen

 

Verborgene Spuren

Bild - Verborgene Spuren
Hanns Ludwig Katz, 1892 in Karlsruhe geboren, wo er an der Kunstakademie sowie Architektur und Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule studierte, schuf Aquarelle, Lithografien und farbstrahlende expressionistisch-neusachliche Gemälde. Anna Klein studierte an der Malerinnenschule Karlsruhe, nahm 1914 an der Weltausstellung für Buchgewerbe und Grafik in Leipzig teil und führte in München eine private Zeichenschule. Leo Kahn, Absolvent und Meisterschüler der Kunstakademie Karlsruhe, übernahm 1927 die Ausmalung der Synagoge in Bruchsal und zeigte seine Arbeiten deutschlandweit in zahlreichen Ausstellungen.

Katz starb 1940 im Exil in Johannesburg. Klein wurde 1941 deportiert und im selben Jahr in Kaunas im von der Wehrmacht besetzten Litauen erschossen. Kahn starb 1983 in Ramat Gan in Israel. Drei von 24 Künstlerinnen, Künstlern, Fotografinnen und Architekten, deren Biografien und Wirken die Ausstellung „Verborgene Spuren Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900-1950“ würdigt und aus dem Vergessen holt. Die stadt- und kulturhistorisch bedeutsame Schau zeigt 200 Kunstwerke - Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken, Skulpturen, Fotografien - sowie Architekturpläne und historische Dokumente. Werke von Sonia Delaunay-Terk, dem Architekten Robert Curjel und dem Bildhauer Benno Elkan, von dem die großen Menorah vor der Knesset stammt, sind ebenso zu sehen wie jene der Fotografinnen Ellen Auerbach, Hilde Hubbuch, Liselotte Grschebina und Edith Moos. Basierend auf einem Stadtplan von 1927 bietet ein Medientisch zu den Themen „Kultur & Bildung“, „Handel & Gewerbe“, „Mäzene & Salons“ und „Jüdische Gemeinden“ facettenreich Einblick in die jüdische Stadtgeschichte Karlsruhes.

Der Rundgang beginnt vor einer Wand mit Namen, Lebensdaten und – soweit überliefert – Porträtaufnahmen jüdischer Persönlichkeiten aus Kultur, Gesellschaft und Politik, die stellvertretend für die gesamte jüdische Bevölkerung in Karlsruhe stehen. Da ihr Weg unausweichlich in die Emigration oder aber in die Vernichtungslager führte, sind an der gegenüberliegenden Wand Arbeiten auf Papier von Leo Haas und Gustav Wolf zu sehen. Als einzige unter den in der Ausstellung vertretenen Künstlern haben sie sich in ihrem Werk mit den nationalsozialistischen Verbrechen und dem Holocaust beschäftigt.

Städtische Galerie Karlsruhe, Lorenzstraße 27, Mi-Fr, 10:00-18:00 Uhr, Sa+So 11:00-18:00 Uhr, bis 12 September

Städtische Galerie Karlsruhe

Lorenzstr. 27

76135 Karlsruhe

0721 / 1334401

| Infos

WEITERE ARTIKEL

Kunst, Ausstellungen

Ausstellungen

Ausstellungen
Bild: Eisen und Stahl

Eisen und Stahl

Eisenschmuck vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und aktuelle Stücke aus Stahl zeigen die Vielfalt gestalterischer und kulturgeschichtlicher Aspekte im Schmuck. Aus der Sammlung Klaus-Peter und Judith Thome stammen die Exponate der Schau Zart wie Eisen: Colliers, Armbänder, Ohrgehänge,...
Ausstellungen
Bild: Peco Kawashima

Peco Kawashima

„Encounters“ > Begegnungen, ist die Ausstellung der Hanna-Nagel-Preisträgerin von 2020 Peco Kawaskiman überschrieben. Ihre außergewöhnlichen Arbeiten verweben Reflexion, Konzeption und emotionale Ebenen mit handwerklichen und materialbetonten Momenten. Die in Kyoto geborene Bildhauerin drechselt...
Ausstellungen
Bild: Sinneswandel

Sinneswandel

Die Medienkünstlerin und Komponistin Sabine Schäfer und die Bildende Künstlerin Rosemarie Vollmer haben gemeinsam eine Raum- und Klanginstallation entwickelt, die die bespielte Galerie und den angrenzenden öffentlichen Raum einbezieht und neben der Wahrnehmung von Bild und Ton das Eintauchen in eine...
Ausstellungen
Bild: Von Milch und Kuh

Von Milch und Kuh

Das Alte Milchhäusle ist eine ehemalige Milchabgabestelle im Karlsruher Ortsteil Neureut. Das kleine Gebäude ist ein Ort der Erinnerung, an dem Ortsgeschichte ablesbar ist. Bis in die 1950er-Jahre wurde hier Milch gesammelt und zur Aufbereitung in die Milchzentrale weitertransportiert. Wer selber keine...
Ausstellungen
Bild: Wasser marsch!

Wasser marsch!

175 Jahre Freiwillige Feuerwehr Durlach > Als Christian Hengst 1846 in Durlach eine mit moderner Technik ausgestattete Feuerwehr gründete und seine Mannschaft professionell ausbildete, war so etwas in Deutschland noch nicht üblich. Die Sonderausstellung zeigt nun, wie sich die Feuerwehr in Durlach...
Anzeige
Bild: FDP
Anzeige
Bild: Erstwohnsitz Karlsruhe