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Das Fest

Für viele Karlsruher ist Das Fest in der Günter-Klotz-Anlage nach wie vor das Jahreshighlight im Veranstaltungskalender. Schon seit Monaten sind die Karten für die Hauptbühne vergriffen. Für die Karlsruher Event GmbH (KEG) bedeutet Das Fest eine der zahlreichen Aufgaben, die sie in diesem Sommer zu meistern hat. Klappe Auf sprach mit den Projektleitern Sven Varsek und Markus Wiersch, die unterstreichen, dass der Besuch auch ohne Eintrittskarte lohnt. 
 
 
Heimattage, Fahrrad- und Oldtimerfestival, Schlosslichtspiele und das Fest, die Karlsruher Event GmbH (KEG) hat in diesem Sommer einiges zu tun. Worin liegt die größte Herausforderung? 
 
Markus Wiersch: Es geht darum, bei all den unterschiedlichen Projekten mit ihren ganz unterschiedlichen Anforderungen den roten Faden nicht zu verlieren. In diesem Jahr haben wir etwa beim Weltradtreffen erstmals die Veranstalterrolle verlassen und kooperierend und beratend unterstützt. Es ist weniger die gestiegene Quantität als die sich entwickelnde Komplexität unserer Aufgaben, die uns fordert. 
 
Die städtische KEG organisiert sehr unterschiedlich geprägte Ereignisse. In welchem Verhältnis stehen dabei Kultur und Event? 
 
Sven Varsek: Es ist eine der Hauptaufgaben der KEG, Kultur in hoher Qualität erlebbar zu machen. Wenn die Kultur nicht wie beim Fest genuin im Mittelpunkt steht, so haben wir doch bei allen Veranstaltungen mindestens eine Plattform, auf der wir Kultur präsentieren können, seien es lokale Künstler, seien es überregionale Acts, dem entsprechenden Ereignis jeweils angepasst.  
 
Wie authentisch kann in einer stark von Sponsoren geprägten Umgebung Kultur angemessen genossen werden und welche Kompromisse müssen in diesem Umfeld eingegangen werden? 
 
Markus Wiersch: Ich finde es zunächst einmal wichtig zu begreifen, dass Kunst und Kultur Geld kosten und dies auch dürfen. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass es sie für umme geben müsse. Viele suchen die magischen Momente, die ein Konzert bieten kann, wollen aber nichts dafür geben. Doch Kultur passiert nicht von alleine, dahinter stehen Künstler, die schließlich auch von etwas leben müssen. Wenn man dies begreift und gleichzeitig dennoch die Schwellen niedrig und die Eintrittspreise gering halten will, versteht man welchen Spagat wir immer wieder vollführen müssen. 
 
Sven Varsek: Ich selbst und - ich glaube - auch die allermeisten können gut damit leben, dass die Partner, die die riesigen Kosten eines Festivals zu einem Gutteil tragen, auch für sich werben. Am besten ist es natürlich wenn dies wie bei den Sonnenmilch-Stationen oder den bewachten Fahrradparkplätzen mit einer Serviceleistung verbunden ist. Wir achten sehr darauf, dass sich synergetische Effekte ergeben, aber keiner der Partner sich in irgendeiner Form in unsere Programmplanung einmischt. 
 
Ist es nicht schwierig, für eine Veranstaltung die Werbetrommel zu rühren, deren Hauptbühne seit Monaten ausverkauft ist? 
 
Sven Varsek: Nein keineswegs, denn wir haben ein so vielfältiges Angebot und 70 Prozent des Fests sind ja nach wie vor bei freiem Eintritt zugänglich. Wir müssen einfach dafür werben, dass das Fest an diesem Wochenende stattfindet und man jede Menge erleben kann, ganz ohne Ticket. 
 
Mit welchen Gefühlen haben Sie den Anschlag von Manchester, die Räumung bei Rock am Ring und die Massenpanik beim Public Viewing in Turin verfolgt. Kann man darauf reagieren? 
 
Markus Wiersch: Solche Breaking News bedeuten jedes Mal einen Schlag in die Magengrube und einen regelrechten Gefühlsinfarkt. Man muss aufpassen, sich da nicht zu persönlich gefangen nehmen zu lassen. Man sollte in Gedanken bei den Opfern sein, aber in einem zweiten Schritt dann mit Nüchternheit überlegen, was getan werden kann, damit sich solche Ereignisse möglichst nicht wiederholen. Es ist gut, dass wir uns da in einem europäischen Netzwerk befinden, in dem wir uns über diese Fragen intensiv austauschen. Wir dürfen uns nicht den Zielen der Terroristen beugen und unserer Freiheiten berauben lassen. Trotzdem müssen wir die Einlasskontrollen verstärken, werden auch unsere Mitarbeiter im Vorfeld überprüft, sind Rucksäcke auf dem Fest-Gelände unerwünscht und darf kein Besteck zum Klassik-Frühstück mehr mitgebracht werden. Es geht letztlich darum, so viele Lücken wie möglich zu schließen. Absolute Sicherheit wäre eine Illusion. 
 
Früher war das Motto der Festmacher, jedes Jahr ein bisschen besser zu werden. Wo wird das Fest in diesem Jahr ein bisschen besser? 
 
Sven Varsek: Das sind viele Dinge, die für die Besucher eher im Verborgenen bleiben, aber die Qualität und Stabilität des Fests sichern helfen und die Umweltverträglichkeit eines solchen Großereignisses weiter vorantreiben. Für die Besucher spürbar werden die Optimierung der Fahrradparkplätze und die neue Farbe, die die India Summer Days als Familienfest während des Vorfests auf das Gelände bringen. 
 
 
 
Die Kulturbühne 
Die Kulturbühne beim Anna-Walch-Haus bietet an den drei Tagen ein schier pausenloses Programm. Dort gibt es jede Menge Kleinkunst, Artistik, Tanz und Komik, vieles ist auch für Kinder geeignet. In diesem Jahr sind mit Michael Krebs und den Pommesgabeln des Teufels, dem Lumpenpack und Irmgard Knef gleich drei Gewinner des Baden-Württembergischen Kleinkunstpreises dabei. Das Badische Staatstheater gibt einen Vorgeschmack auf das Musical „Hair“, das im kommenden Jahr auf den Spielplan kommt, und am Sonntagabend gibt es eine Hommage an das legendäre Watzmann-Singspiel. 
 
 
Der ganze Rest 
Die DJ Bühne, die Infomeile, der Kinderbereich, das Kreativdorf auf dem Abenteuerspielplatz und der Sportpark bei der Europahalle zählen zu den Standards des Fests, die das spezielle Flair und Image des Fests von gewöhnlichen Musikfestivals deutlich machen und seit Jahren den aktuellen Trend zum Familiencharakter von Festivals vorleben.  
 
 
 
(Programm von Feldbühne und Hauptbühne siehe etxra Artikel) 
 
 
 
 
 
 

Günther-Klotz-Anlage

Zwischen Hermann-Veit-Str. / Wilhelm-Baur-Str.
Karlsruhe