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Ramses

Göttlicher Herrscher am Nil > Pharao Ramses der II. war einer der bedeutendsten Herrscher des Alten Ägypten. 66 Jahre dauerte seine von Wohlstand, friedlichen Handelskontakten und kultureller Blüte geprägte Regierungszeit, solange wie keine zweite. Ebenso außergewöhnlich sind seine 90 Lebensjahre, ein selbst für die bestens versorgte ägyptische Oberschicht normalerweise unerreichbares Alter. „Er hat alles übertroffen, was frühere Könige getan haben“, ließ Ramses selbst in der Inschrift am Amun-Tempel in Luxor über sich verlauten.  
 
Die kulturhistorische Schau des Badischen Landesmuseums zeigt den im 19. Jahrhundert mit dem Beinamen der Große bedachten Herrscher als Bauherrn und Schlachtenführer, Staatsperson und geistliches Oberhaupt des Landes am Nil, aber auch als Familienvater - fast 100 Kinder soll er gehabt haben.  
 
„Die Ausstellung versetzt die Besucherinnen und Besucher zurück ins 13. Jahrhundert vor Christus, als im östlichen Mittelmeer viel passierte“, sagt Kurator Lars Petersen. Sie rückt neben politischen Ereignissen wie dem Krieg gegen die Hethiter die Gesellschaftspyramide mit dem Pharao an der Spitze, dem Wesir, den hohen Beamten und Priestern der verschiedenen Götter in den Blick. „95 Prozent der Bevölkerung waren einfache Arbeiter und Bauern und für den von der Getreideproduktion abhängigen Agrarstaat enorm wichtig“, so der Archäologe. Großformatige Reliefs, die die Königsfamilie und hohe Verwaltungsbeamte darstellen und zum Teil erstmals in Deutschland zu sehen sind, sowie Fayence-Figuren, Amulette und Glasgefäße zählen zu den mehr als 260 Originalen, die unter anderem aus dem Louvre und dem British Museum ausgeliehen werden. Aus dem Museo Egizio in Turin stammt eine beeindruckende Monumentalstatue, und aus der Universität Straßburg kommt eine große Statue aus schwarzem Granit, die den thronenden Ramses zeigt, „sie ist majestätisch und eines der Highlight der Ausstellung“, so Petersen. Das größte Exponat ist eine mehr als drei Meter hohe und mehr als sieben Tonnen schwere Ramses-Büste: Der von den Berliner Museen 1873 erworbene Gipsabguss eines Originals aus dem Totentempel Ramesseum in Theben schlummerte seit dem Zweiten Weltkrieg in Einzelteile zerlegt im Depot bis er jetzt für Karlsruhe „wiederentdeckt“ wurde. 
 
Eine Medieninstallation erzählt die Schlacht von Kadesh zwischen Ägypten und den Hethitern nach. Sie führte zu dem ersten bekannten von beiden Kriegsparteien schriftlich fixierten Friedensschuss. „In seinen in Hieroglyphen und Keilschrift festgehaltenen Formulierungen zum Gefangenenaustausch und Nichtangriffspakt ähnelt er modernen Friedensverträgen“, betont Petersen. Nah an der aktuellen Forschung ist die Ausstellung mit der erstmaligen Präsentation einer virtuellen Rekonstruktion der von Ramses II. neu erbauten Hauptstadt Pi-Ramesse, in die Grabungsergebnisse dort tätiger Archäologen vom University College London und dem Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim einfließen. 
Die Schau in der mit Pylonen und Säulen von altägyptischen Tempeln inspirierten Ausstellungsarchitektur spricht alle Generationen an und lässt die Besucher in einem „Ramses-Lab“ unter anderem die Geheimnisse der Mumifizierung entdecken. Das Begleitprogramm bietet unter anderem Familienführungen zum Thema „Katzenmumie, Sphinx und Falkengott“ und eine Podiumsdiskussion mit Experten zur Frage, ob es sich bei Ramses II. um den Pharao der biblischen Erzählung vom Auszug aus Ägypten handeln könnte.  
 
> Badisches Landesmuseum, Schloss Karlsruhe, Sa 17. Dezember 2016 So 18. Juni 2017, Di-So+Fei 10:00-18:00 Uhr (24. und 31. Dezember geschlossen). 
 
 

Badisches Landesmuseum

>>Schloss Karlsruhe
76131 Karlsruhe
 
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