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Justin Nova

 
Neue CD / „Out Of The Blue“ > Seit über zehn Jahren kennt man Justin Nova als Kopf der Surf-Reggae-Band The Curbside Prophets (die spielen zum Beispiel am 8. Juni bei Alb in Flammen Ettlingen). Etwa genauso lange hat der Songschreiber, Gitarrist und Sänger kein eigenes Material veröffentlicht. Die neun neuen Songs auf „Out Of The Blue“ entstanden über einen Zeitraum von rund zwei Jahren mit Erwin Schmidt am Bass und Andi Nolte am Schlagzeug. Justin Nova verortet das Album selbst irgendwo zwischen Reggae und Blues. Aber schon der elastische Opener mit seinem scharfen Bläsersatz zeigt den 38-jährigen als eigenwilligen Songwriter mit einem Händchen für eingängigen Pop, der dennoch meilenweit entfernt ist von klischeehaftem Radiofutter. „Reggae and blues is my favorite dish“ singt er in einer launigen Abrechnung mit dem Musikbusiness, dessen Experten ihn dereinst glauben machen wollten, seine Musik sei unverkäuflich. Was aus deren Sicht wenig verwunderlich ist. Der Mann nimmt sich eben seine Freiheiten. Allein, wie er den Reggae-Groove mit der Bluesharp zusammen bringt und dann auch noch ein paar Zeilen rappt, ist hörenswert anders. Immer wieder finden sich derlei überraschende Details. In „Playing Hendrix All Night“ schiebt die Band ein karibisches Intermezzo ein, gekrönt von einem Rock-Gitarrensolo. Und immer wieder schwingt die Musik im „gechillten“ Reggae-Rhythmus – aber eher subkutan als vordergründig. „Ich wollte keine Reggaeplatte schreiben, bei der du nach dem zweiten Lied weisst, wie es weitergeht.“ Dennoch: Novas Stimme, sowieso von hohem Wiedererkennungswert, kommt in dieser transparenten Musik besser zur Geltung als im Rock-Kontext. Mit „Carry Me Home“ und „Mother“ gibt es dann doch noch eine homöopathische Dosis Pathos. Das wiederum die Liebesgeschichte, die der Titelsong so wunderbar unprätentiös erzählt, überhaupt nicht braucht. Gerade deshalb nimmt man dem Sänger jedes Wort als wahr und erlebt ab. tz