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Archiv: 06.2012
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Der Charme des Vor-Fests

Traditionalisten treffen auf Zeitgeist-Forscher

Bild - Der Charme des Vor-Fests
Natürlich ist das „Vor-Fest“, das auf der Cafébühne vom Samstag, 14. Juli bis Donnerstag, 19. Juli über die Bühne geht, auch – aber beileibe nicht nur - ein großes heimeliges Auffangbecken für die in die Jahre gekommenen Fest-Nostalgiker, die sich an die 80er Jahre erinnert fühlen: Eine kleine Bühne, genug Platz für Ausdruckstanz direkt vor der Security-freien Bühne und schneller Zugang zu den Getränken.

Inzwischen hat es hier aber auch schon Tage gegeben, an denen sich bis zu 5000 Menschen auf dem Gelände tummelten, und das Programm ist eine Mischung, die sowohl Traditionalisten als auch Zeitgeist-Forscher erfreuen sollte, immer mit Betonung auf regionale Acts.
Der erste Tag (14.7.) in diesem Jahr ist neu: Die Brauerei Hoepfner spendiert musikalische „Summer Breeze“ mit Peter Götzmanns Jazz Hop Rhythm und Benny & Joyce. Was Martin Wacker meint, wenn er vom „Fest“ auch als Schaufenster regionaler Kulturinstitutionen spricht, manifestiert sich beispielsweise am 15.7, mit dem Percussion-Ensemble des Badischen Konservatoriums. Es gibt „gegen den Strich gebürstete Jazzstandards“.
Trend ja, Tradition auch: Das Mumuvitch Disko Orkestar aus Mannheim wird schon mal als „krachender Partylieferservice“ bezeichnet. Im Angebot ist Balkan Salat mit Hiphop-Gebläse und Trashdance Eastern Style (17.7.).
Die Fest-Fans der ersten Stunde dürften am 15.7. mit der knackig-frischen funky Capband gut bedient werden. Schon in den 80er Jahre bliesen die Ettlinger ihrem Publikum alles, nur nicht den Marsch!
Dass Coverbands, die auf dieser Bühne auftreten, keine gewöhnlichen Nachspieler sein sollten, sondern das gewisse Etwas mitbringen, hat sich inzwischen wohl herumgesprochen. Am 16.7. gibt’s mit „Heiss – a Tribute To Nina Hagen“ eine solche Formation: die Ikone Nina wird rotzig-punkig geehrt, und das kann kaum jemand so gut wie die hyperaktive Frontfrau Antje Schumacher. Zu der Sorte Coverbands, die ihre Vorlagen nur als Vorlagen nimmt, gehört Bluesmama um die stimmgewaltige Sandy Campos. Seit fünf Jahren hat sie der Gedanke, eine eigene Bluesband aufzuziehen, nicht mehr losgelassen. Es sei eine gute Zeit für den Blues, sagt die Sängerin, und jetzt auch für ihre Band (mit Rudi Metzler an den Drums, 19.7.).
Dann sind da noch die jungen und fast noch jungen Singer Songwriter, die hier eine optimale Plattform finden, wo man abseits aller Hektik wirklich zuhört. Perry O'Parson (18.7.) heißt die Band um den Pfälzer Marcel Gein: Handgemachtes, hoch emotionales im Spannungsfeld zwischen traditionellen Singer/Songwritern und rockig zupackender, adoleszenter Energie.

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