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Archiv: 02.2011
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Ingmar Bergman-Reihe

In Cannes wurde Ingmar Bergman 1997 zum größten Regisseur aller Zeiten gekürt. Man kann über solche Auszeichnungen streiten, unbestreitbar hat der 2007 verstorbene Schwede ein faszinierendes Filmwerk hinterlassen. In einer Werkschau in der Schauburg sind neben Bergman-Klassikern auch einige unbekannte Frühwerke zu sehen. Begonnen hat die Schau bereits im Januar mit seinem zweiten Film „Es regnet auf unsere Liebe“ und seinem vierten Film „Schiff nach Indialand“ (29.1., 15 Uhr/31., 19 Uhr), da hat er gewissermaßen noch geübt. Sein erstes Meisterstück gelang ihm 1953 mit „Der Abend der Gaukler“ (5., 16 Uhr/7., 19 Uhr), einer Geschichte um sexuelle Hörigkeit und Eifersucht aus dem Zirkusmilieu, die mit ihrer eigenwilligen Bildsprache international Aufsehen erregte.
Zur Vorstellung am Samstag, den 5., gibt der Filmkritiker Peter Kohl eine kurze Einführung in Leben und Werk von Ingmar Bergman.
Kommerziell war der Film ein Fiasko, so dass Bergman danach mit „Frauenträume“ (12., 15 Uhr/14., 19 Uhr) eine recht konventionelle Beziehungsgeschichte ablieferte mit seinen damaligen Leib- und Magen—Darstellern Eva Dahlbeck und Gunnar Björnstrand. In „Nahe dem Leben“ (19., 19 Uhr/21., 19 Uhr) von 1958, in dem die Entbindungsstation eines Krankenhauses zum Schauplatz dreier Frauenschicksale wird, treten neben Eva Dahlbeck auch noch Ingrid Thulin, Bibi Andersson, Erland Josephson und Max von Sydow in Erscheinung wie in vielen weiteren Filmen von Bergmans fruchtbarster Schaffensperiode. Mit „Fanny und Alexander“ (26, 15 Uhr/28., ,19 Uhr), einem dreistündigen Familienepos zog er 1982 so etwas wie die Bilanz seines Schaffens. Für seinen letzten Kinofilm erhielt er den dritten Oscar seiner Karriere. Die Reihe schließt mit zwei ausgesprochen düsteren Bergman-Klassikern aus dem Jahr 1968, „Die Stunde des Wolfs“ (5.3., 17 Uhr/7.3., 19 Uhr), einem filmischen Albtraum in Schwarzweiß, und „Schande“ (12.3., 15 Uhr/14., 19 Uhr), einem Antikriegsfilm, in dem vom Krieg kaum etwas zu sehen ist. Beide Mal spielt Liv Ullmann, seine damalige Lebensgefährtin, die weibliche Hauptrolle.
ko