Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 02.2011
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Am Vorabend des Ersten Weltkrieges ist die Geschichte des dritten Kinofilms von Chris Kraus („Scherbentanz“, „Vier Minuten“) angesiedelt, die Inspiration erhielt er durch Leben und Werk seiner Großtante, der mittlerweile fast vergessenen Dichterin Oda Schaefer. Die 14-jährige Oda kehrt mit den sterblichen Überresten ihrer Mutter, mit der sie bis zu deren Tod in Berlin gelebt hat, heim zum Familiensitz an der Ostseeküste und zu ihrem Vater, (Edgar Selge) der dort mit seiner zweiten Frau Milla (Jeannette Hain) und Odas Halbgeschwistern lebt. Aber die Familie und auch Oda interessieren den verschrobenen Mediziner wenig, er geht der Hirn- und Schädelforschung nach. Sein Arbeitszimmer ist vollgestellt von präparierten Leichenteilen. Oda, die zunächst für ihren Vater und seine Arbeit, die auf die Schreckensmedizin der Nazis verweist, Interesse aufzubringen versucht, geht bald ihre eigenen Wege. Sie versteckt und pflegt einen entflohenen estnischen Aufrührer mitten auf dem Gut. Es entwickelt sich eine in jeder Hinsicht unmögliche Liebesgeschichte, die in einem dramatischen Finale kulminiert, das wie manches anderes nicht im Buch und auch nicht in den Tagebüchern von Oda Schaefer steht, die für ihren Großneffen den humanistischen Geist präsentiert. Den stärksten Eindruck hinterlässt allerdings nicht die politisch-korrekte Botschaft, sondern der extra für die Dreharbeiten hergerichtete Schauplatz an der estnischen Ostseeküste.

Kinostart: 3.2.