Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 06.2010
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Pudd’n’Heads

Schülerband wurde Vize beim New Band-Festival

Bild - Pudd’n’Heads
Mark Twains Roman „Pudd’n’head Wilson“ blieb zu Lebzeiten des Schriftstellers ein Misserfolg, und gilt erst heute als wichtiges Werk des Autors von „Tom Sawyer“. Das ist es wohl nicht, was die Band aus Pfinztal veranlasste, den „Knallkopf Wilson“ zum Taufpaten zu machen. Eher schon, dass der „ein Typ, der Dinge anders macht, aber neue Ideen hat“, wie es Sänger Tobias „Tobse“ Reichenbacher formuliert. Außerdem klang es einfach gut, geben sie unumwunden zu. Am Anfang waren acht Gitarristen. Die alle beim gleichen Gitarrenlehrer Unterricht hatten, dann kristallisierte sich langsam die heutige Band heraus.

Den musikalischen Background der Band bilden heute Marian (Drums+Vocals) und Robin (Bass), zwei Sandkastenfreunde, die als blind aufeinander eingespieltes Rhythmusteam im Maschinenraum werken. Die Frontmänner der Band sind Marco (Guitar,Vocals) und Tobse (Vocals,Guitar). „Britpop- Indie- Rock’n’roll vom Land“ - so stellen sie sich selbst vor. Etwas genauer bitte´ Andy Schorpp, in dessen Studio sie ihre CD einspielen werden, höre in ihrer Musik auch „alte Beat-Schule“ heraus. „Unsere Songs sind nicht kompliziert“, sagt Tobias, der die Ideen für sich auf der Gitarre ausbrütet, und sie dann vorstellt: „Er liefert die Bausteine, wir bauen das Haus“, beschreibt Marian den Kreativprozess. Was nicht gleich funktioniert, wird beiseitegelegt. Aber es kann auch passieren, dass eine musikalische Idee am Ende eine Probe zu einem ganz anderen Ergebnis geführt hat. Oder, dass sie mal einen Song aus dem Programm kicken: „Wir hatten mal so einen, da ging’s ab wie beim KSC, aber das hat uns nicht so gefallen“.

Nein, Vorbilder wollen sie nicht nennen, eigentlich. Allenfalls ein paar Elemente in der Musik, die Vergleiche erlauben. “Ich spiele clean, Marco spielt die Verzerrung“, sagt Tobse über ihre Art, Gitarren zu arrangieren. Namen wie Turbostaat oder The Kooks fallen. „Schreibst Du das jetzt´“. Ja, aber nur als Anhaltspunkt, nicht als Schublade. Marco sei der „fürs Brett“, der eher auf Foo Fighters abfahre. Überhaupt, sagt Marian, seien die musikalischen Vorlieben der Bandmitglieder extrem breit gestreut. „Alles außer Schlager“. Texte seien wichtig, man könne nicht irgendwas singen, sagt der Sänger: „Aber die Melodie ist mir schon zuerst wichtig, weil viele Leute ja auch nicht auf die Texte achten.“

Die meisten Songs, die sie jetzt für ihre erste CD aufnehmen werden, haben sie schon live gespielt „und die funktionieren auch“. Noch sind sie die „klassische Schülerband“, noch weiß keiner, wie es nach dem Abi weitergeht, eine langfristige Planung über die CD (die noch keinen Titel hat) gibt es noch nicht. Aber bisher haben sie schon einiges erreicht: Sie gewannen Wettbewerbe und schafften es bis ins Onlinevoting der letzten 30 besten Band des bundesweiten Schooljam-Wettbewerbs unter 900 Bewerbungen. Beim New Bands-Festival in Karlsruhe 2009 wurden sie Vize, und bei den nächsten Auftritten werden sie wieder ein paar Hundert Leute neu entdecken können.

> 12.6., 20 Uhr Idiot Hill Festival, Ludwig-Marum- Gymnasium, Pfinztal Berghausen
26.6., 20 Uhr, UStA-Uni Sommerfest Karlsruhe