Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 06.2006
Kunst, Ausstellungen Ausstellungen

 

Uhren- und Messinstrumente-Museum

Bild - Uhren- und Messinstrumente-Museum
Rittnerthof (Durlach, NäheTurmberg) Sa 14 bis 18 Uhr, So 11 bis 18 Uhr. Führungen für Gruppen nach vorheriger Anmeldung unter 0721-44777

„Unsere Besucher sind fasziniert von der Geräuschkulisse“, sagt Peter Leonardy. Und tatsächlich: Es tickt, rasselt und schlägt in allen Nuancen. Leonardy („Leo“) ist der Gründer des Uhrenmuseums, das nach vielen Jahren des Herumirrens - mal zeigte er seine Sammlung im Albtal, mal in Stupferich - nun dort angekommen ist, wo es eigentlich hingehört, nämlich auf dem Rittnerthof, wo der 64-jährige ehemalige Antiquitätenhändler auch lebt. Mitten in schöner Hügellandschaft, etwas mehr als einen Kilometer hinter dem Turmberg, zeigt der kauzige Sammler auf 100 Quadratmeter etwa 100 Uhren, ein Drittel des Gesamtbestands. Das Besondere: Es sind öffentliche Uhren, und damit ist das Privatmuseum nach „Leos“ Angaben einzigartig. „Wir zeigen Wasseruhren, physikalische Messinstrumente, Barographen, die Trainingsuhr der Heidelberger Feuerwehr usw.“ Zu sehen sind aber auch ganz klassische Uhren, wie die der Pariser Metro oder die sogenannte „Nasenuhr“ der Kaiserlichen Reichsbahn in der liebevoll zusammengestellten, aber ein wenig chaotischen Sammlung; Zeitmesser, die in Schlössern, Rathäusern, Schulen, Fabriken oder Bahnhöfen im Einsatz waren. Ein besonders wertvolles Stück, so Leonardy, ist eine hölzerne Kirchturmuhr aus dem Jahr 1750.
Leonardy sammelt seit über 25 Jahren öffentliche Uhren: „Erst war es Zufall, dann Interesse, dann Leidenschaft“, sagt er und erzählt endlose Geschichten, unter welchen widrigen Umständen er versucht hat, ein kleines Museum für seine Lieblinge zu installieren. Gegenwärtig baut Leonardy mit ein paar Freunden und mit Unterstützung des Freundeskreises „Öffentliche Uhren“ e.V. den Rittnerthof um. Ein Begegnungszentrum soll entstehen „von Menschen, mit Menschen, für Menschen“, ein Haus, in welchem ab Herbst Tagungen und Ausstellungen stattfinden sollen. Dass das meiste in Eigenarbeit entsteht und vieles improvisiert werden muss, versteht sich bei Leonardy von selbst, schließlich hat er sein ganzes Geld in die Uhren gesteckt. Wer sich mit einer Gruppe vorher anmeldet, den führt „Leo“ persönlich durch dieses Kleinod mitsamt seinen Geschichten und seiner einzigartigen Geräuschkulisse. maske