Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 03.2006
Verschiedenes Filme

 

Requiem

Bild - Requiem
Vor einem halb Jahren kam der amerikanische Spielfilm „Der Exorzismus der Emily Rose“ in unsere Kinos. Die unterhaltsame Mischung aus Gerichtsthriller und Psychogrusel war inspiriert von dem realen Fall der Anneliese Michel, die Mitte der 70er Jahre bei einem Exorzismus starb. Hollywood brachte es tatsächlich fertig dieses Exempel religiösen Wahns ins Positive umzudeuten. Davon sind Regisseur Hans Christian Schmid und sein Drehbuchautor Bernd Lange weit entfernt. Sie halten sich in den Grundzügen an die wahren Begebenheiten, nehmen sich allerdings einige künstlerische Freiheiten, das zeigt sich schon daran, dass die Hauptfigur Michaela Klinger heißt. Michaela entflieht Anfang der 70er Jahre ihrem streng katholischen Elternhaus. Doch auch beim Studium in Tübingen entkommt sie nicht den Geistern der Vergangenheit und ihrer epileptischen Erkrankung, auch wenn sie durch ihre erste Liebe Stefan und ihre neue Freundin Hanna neue andere Lebenswelten als bisher kennenlernt. Eines Nachts im Studentenwohnheim glaubt sie von Dämonen heimgesucht zu werden. Sie kapselt sich ab. Ärzte und Psychologen können und wollen ihr nicht helfen. Pfarrer Borchert wird zu ihrem einzigen Vertrauten, gemeinsam beschließen sie einen Exorzismus vorzunehmen. Schmid, der sich in „23“ schon einmal des authentischen Falls eines jungen Menschen angenommen hat, der in der bundesrepublikanischen Normalität durchdreht, hat ein Händchen für junge Darsteller. Er hat Franka Potente („Nach fünf im Urwald“) und August Diehl („23“) groß herausgebracht, in seinem neuen Film gibt die Theaterschauspielerin Sandra Hüller ihr Filmdebüt in einer Rolle, die alles abverlangt.
Kinostart: 2. März .