Klappeauf - Karlsruhe
Archiv: 03.2012
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art Karlsruhe

220 Galerien aus 12 Ländern

Bild - art Karlsruhe
In kürzester Zeit hat sich die art Karlsruhe trotz aller Unkenrufe, die ihre Entstehung vor neun Jahren begleiteten, etabliert und lockt Kunstliebhabende aus nah und fern vor die Tore Karlsruhes. Vier Tage, alle vier Messehallen gefüllt und zigtausende Besucher, mit einem solchen Produkt kann die Karlsruher Messegesellschaft (KMK) nicht jede Woche aufwarten. Kein Wunder strahlen KMK-Geschäftsführerin Britta Wirtz, nebenbei studierte Kunstwissenschaftlerin, und ihr Messemacher, der Galerist Ewald Karl Schrade, um die Wette, wenn es auf das Frühjahr zugeht.

Mehr als 220 Galerien aus zwölf Ländern sind in diesem Jahr zu Gast, um ein breites Spektrum von der klassischen Moderne bis zur Gegenwartskunst zu zeigen. Dabei gibt es manches Werk im sechsstelligen Euro-Bereich, aber auch für kleinere Geldbeutel bieten sich bei den gezeigten Editionen preiswerte Angebote. Dass das Ganze nicht zum kunterbunten Gemischtwarenladen verkommt, dafür sorgt die Vorauswahl durch eine Jury und die ordnende Hand, die der von einem Fachverlag jüngst als „Kunsthändler des Jahres“ ausgezeichnete Schrade anlegt, um die verschiedenen Anbieter zu einem sinnvollen Parcours über die zur Verfügung stehenden 35.000 Quadratmeter zu verteilen. Seine persönliche Spezialität sind die Einrichtung von 20 Skulpturenplätzen, die mit ihren raumgreifenden Ausstellungsstücken für willkommene Abwechslung in der an den Wänden prangenden Bilderflut sorgen, und die Förderung von rund 200 One-Artist-Shows. Diese setzen markante Schwerpunkte, die den Messebesuch strukturieren und eine gewisse Ruhe in den Rundgang bringen.

Die Künstlerliste enthält prominente deutsche Großmeister wie Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Sigmar Polke, Gerhard Richter oder Günther Uecker, aber auch internationale Stars wie Louise Bourgeois, Daniel Buren, Jannis Kounellis, Roy Lichtenstein und Andy Warhol. Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner, Henri Matisse, Max Pechstein oder Pablo Picasso vertreten die klassische Moderne, während Namen wie Julius Grünfeld, Christopher Lehmpfuhl, Justine Otto, Tal R oder Thomas Zipp für die kommenden Schwergewichte stehen dürfen. Als Special gibt es in diesem Jahr Sammlungsauschnitte der konsequent quadratisch sammelnden Marli Hoppe-Ritter und des im vergangenen Jahr verstorbenen Gunther Sachs, von dem Arbeiten der Pop Art zu sehen sein werden. In zwei nachmittäglichen Podiumsdiskussionen wird überdies am 8. und 9. (jeweils 14 Uhr) die Rolle des Künstlers beleuchtet.

Den diesjährigen Hans Plaschek Preis für Kunst und Schrift erhält am 8. um 17 Uhr der Stuttgarter Kunstprofessor Rolf Bier, der durch einen Skulptur, Installation, Fotografie und (Wand-)Malerei konzeptuell vereinenden Ansatz bekannt wurde. Mit der Karlsruher Museums- und Galerien-Landschaft verbindet die Messe ein art shuttle, der im Halbstundentakt von Rheinstetten aus das ZKM und die Staatliche Kunsthalle anfährt. jf > 8.-11.3., Do-Sa, jeweils 12 bis 20 Uhr, So 11-19 Uhr, Messe Karlsruhe, Rheinstetten